FTD.de » Meinung » Kommentare » Robin Meyer-Lucht: Auf der Suche nach der Qualität
  FTD-Serie: Die Zukunft der Zeitung

Die Debatte um die Zukunft der Zeitung gewinnt an Brisanz: Die Traditionsblätter "Le Monde" und "New York Times" sind in einer Krise, die Deutsche Post erwägt einen Angriff mit Gratiszeitungen, zwischen Öffentlich-Rechtlichen und den Verlagen eskaliert der Streit im Internet.

Mit Kommentaren, Gastbeiträgen und Features entwirft die FTD Szenarien, stellt Akteure und Geschäftsmodelle vor. Die Debatte um die Zukunft des Qualitätsjournalismus geht keinesfalls nur Journalisten an, sondern auch Sie, den Leser.

Merken   Drucken   14.05.2008, 15:18 Schriftgröße: AAA

Gastkommentar: Robin Meyer-Lucht: Auf der Suche nach der Qualität  

Verlage und öffentlich-rechtlicher Rundfunk kämpfen um die Medienordnung im Zeitalter des Internets. Staatliche Förderung darf es nur für besonders wertvolle Angebote geben.
In den nächsten Wochen steht eine der wichtigsten medienpolitischen Weichenstellungen seit Einführung des Privatfernsehens an: Es geht um nichts weniger als die Rollenverteilung zwischen privaten und öffentlich-rechtlichen Anbietern im Zeitalter des Breitbandinternets. Am 12. Juni wollen sich die Ministerpräsidenten auf einen neuen Rundfunkstaatsvertrag einigen.
Seit Ende März ist der Referentenentwurf bekannt, und die Hauptkontrahenten befehden sich mit anschwellender Empörung: Die Privatwirtschaft warnt vor der "Enteignung der freien Presse" und will einen "Realitätsverlust" der Rundfunkanstalten erkennen.
Die wiederum echauffieren sich, eine strenge Begrenzung ihrer Onlineaktivitäten sei eine "willkürliche Amputation", eine Verbannung ins "medientechnische Mittelalter", ein "Morgenthauplan".
Dieser Streit hat eine juristische und eine ökonomisch-inhaltliche Seite. Juristisch kollidieren im Netz die bisher medientechnisch getrennten Sphären von Presse- und Rundfunkfreiheit. Während die Pressefreiheit um den freien Wettbewerb und Schutz vor Staatseingriffen konstruiert ist, erfordert die Rundfunkfreiheit gerade die Intervention, um Vielfalt zu sichern.

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  • FTD.de, 14.05.2008
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