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  FTD-Serie: G20-Gipfel in London

In der britischen Hauptstadt treffen sich die 20 wichtigsten Wirtschaftsnationen zum Weltfinanzgipfel. Es geht um eine neue Finanzarchitektur und die Überwindung der globalen Wirtschaftskrise. FTD.de beleuchtet die Hintergründe.

Merken   Drucken   07.04.2009, 09:19 Schriftgröße: AAA

Gastkommentar: Snower - Die Fehler der G-20  

Auf dem Londoner Gipfel haben die Regierungschefs enorme Summen für den Kampf gegen die Krise zugesagt. Aber die langfristige Gefahr für die weltwirtschaftliche Stabilität wird unterschätzt. von Dennis J. Snower
Dennis J. Snower ist Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft.
Im Rückblick kann es sich erweisen, dass die meisten Kommentatoren des G20-Gipfels die Ergebnisse falsch eingeschätzt haben. Meist bezogen sie sich auf zwei Aspekte. Der erste lautete: "Da hat die G20 eine Menge Geld in die Hand genommen!" Das knüpfte an Gordon Browns Aussage an, die Summe zur fiskalischen Stimulierung sei "die größte, die die Welt je gesehen habe", insgesamt rund 5000 Mrd. $ weltweit. Dazu kommen 1100 Mrd. $ aus den Gipfelbeschlüssen, davon 500 Mrd. $ für den Internationalen Währungsfonds (IWF), der weitere 250 Mrd.$ in Form von Sonderziehungsrechten schöpfen kann.
Der zweite Aspekt war: "Moment, da ist aber weniger Geld, als die Regierungschefs behaupten. Wird das reichen?" Die zusätzlichen 1100 Mrd. $ enthalten viele Mittel, die bisher noch gar nicht fest zugesagt worden sind. Von den 250 Mrd. $, die den Welthandel unterstützen sollen, sind zum Beispiel erst 3 bis 4 Mrd. zugesagt.
All dies wurde ausführlich diskutiert. Meine Befürchtung ist aber, dass man die wahren Probleme übersieht. Was uns in Zukunft noch wirklich beschäftigen wird, dürfte eher sein: "Ist es nicht gefährlich, so viel Geld in die Hände einer einzigen Institution zu legen, solange man noch gar nicht festgelegt hat, wie die Mittel sinnvoll ausgegeben werden sollen?"
Zwei große Gefahren
Hier lauern zwei große Gefahren - und das G20-Kommuniqué zerstreut die Befürchtungen nicht. Die erste Gefahr ist, dass die IWF-Refinanzierung falsche Anreize für finanziell schwache Staaten setzt. Die meisten hilfsbedürftigen Staaten sind in der Vergangenheit übermäßige Risiken eingegangen, daher sind ihre Ausfallrisiken in der Krise so stark gestiegen.

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