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  FTD-Serie: Die Akte Staat

Jahrzehntelang wurde der Staat als träge und fett verunglimpft. Seit die Steuermilliarden sprudeln, gilt er wieder als sexy - und verführt die Deutschen. Sie schwelgen in gefährlicher Nostalgie: Der Staat wird's schon richten.

Merken   Drucken   18.09.2007, 15:20 Schriftgröße: AAA

Gastkommentar: Ulrich Haltern: Das Geheimnis des Politischen  

Die Deutschen huldigen dem Rechtsstaat, weil er angeblich die Politik dem Diktat der Vernunft unterwirft. Doch das ist ein Irrglaube: Das Recht führt nicht automatisch vom Chaos zur Ordnung.
Staaten sind seltsame Gebilde. Sie sind nicht nur hoch komplizierte Strukturen, sondern definieren auch die politische Identität ihrer Bürger. Schon seit langer Zeit wird das Ende der Ära der Staatlichkeit ausgerufen - ohne dass der Sog, den staatliche Identität auf Einzelne ausübt, nachließe.
Die Ideengeschichte hilft, das zu erklären: Früher wurde der Staat als Organismus gedacht, in dessen Körper sich die Bürger einten. Die Vorstellung eines politischen Körpers hat eine reiche Tradition, die nach wie vor im englischen "Body Politic" sedimentiert ist.

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  • FTD.de, 18.09.2007
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