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Merken   Drucken   28.06.2009, 10:00 Schriftgröße: AAA

Gastkommentar: Wofür arbeiten wir noch?  

Bei einigen Unternehmen schuften Mitarbeiter für lau, bei anderen bekommen Führungskräfte Geld dafür, dass sie zu Hause bleiben. Die Krise stellt die Verbindung zwischen Lohn und Arbeit auf den Kopf. von Lucy Kellaway
Würdest du lieber von einer Schlange erwürgt, von einem Krokodil gefressen oder von einem Rhinozeros erdrückt werden? Und würdest du lieber in einem Schloss zu Abend essen, in einem Heißluftballon frühstücken oder auf einem Fluss Tee trinken?
Diese kniffligen Fragen stellt John Burningham in meinem Lieblingsbuch für Drei- bis Sechsjährige, "Was ist dir lieber ...". In jedem dieser Fälle, finde ich, muss man recht schwer überlegen, um herauszubekommen, was unter den unangenehmen Sachen das Unangenehmste und unter den netten Dingen das Netteste ist.
British Airways hat sich kürzlich sein eigenes "Was ist dir lieber ..."-Dilemma geschaffen. Die Fluglinie fragte ihre Mitarbeiter, ob sie lieber einen Monat lang zum vollen Gehalt arbeiten würden oder einen Monat gratis oder einen Monat unbezahlt gar nicht.
Im Gegensatz zu den Fragen von Burningham muss man hier nicht lange nachdenken. BA fragt seine Belegschaft sozusagen, ob sie lieber von einem Rhinozeros zerquetscht oder auf einem Fluss Tee trinken würde. Wenn ich eine Flugbegleiterin wäre, müsste ich nicht lang überlegen, ob ich lieber nichts damit verdienen würde, ein Wägelchen den Gang rauf- und runterzuschieben und "Tee oder Kaffee, Sir" zu sagen oder im Garten ein Buch zu lesen.
  • FTD.de, 28.06.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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