Schon bald nach dem Kauf der Gruppe 1997 für rund 2,4 Mrd. DM unter der Regie des damaligen Adidas-Chefs Robert Louis-Dreyfus wurde deutlich, dass der Kaufpreis angesichts der mageren Rendite zu hoch war. Die Adidas-Bilanz litt seither unter den hohen Schulden.
Mit dem Befreiungsschlag verbessert Adidas jetzt seine Finanzlage. Vorstandschef Herbert Hainer will das Geld aber nicht für unüberlegte neue Zukäufe verwenden. Wie er am Montag in einer Telefonkonferenz sagte, soll ein Teil des Geldes für den Rückkauf eigener Aktien verwendet werden. Hainer deutete indirekt an, dass der Salomon-Kauf eine Fehlinvestition war. Von der damaligen Übernahme behält Adidas aber noch den Golf-Ausrüster Taylor Made.
Adidas sieht einen günstigen Ausstiegszeitpunkt bei Salomon, weil in der Wintersportbranche derzeit eine Branchenneuordung erfolgt. Ende März wurde bekannt, dass der US-Freizeitbekleidungsanbieter Quicksilver den weltgrößten Skihersteller Rossignol übernimmt. Damit entstand für die bisherige Adidas-Tochter ein neuer starker Wettbewerber, der Salomon vor allem in der Sparte Outdoor mächtig Konkurrenz machen kann.