Die Quartalszahlen der Allianz können die Führung um
Michael Diekmann kaum erfreuen. Zwar meldet die Gesellschaft einen Anstieg des Quartalsüberschusses um 21 Prozent auf 1,9 Mrd. Euro. Aber dieser Zuwachs stammt zu einem bedeutenden Teil aus Sondereinflüssen - die hohen Schwankungen an den Finanzmärkten schlagen auf die Ergebnisse des Großanlegers Allianz durch.
Der hoch gelobte operative Gewinn von 990 Mio. Euro in der Lebens- und Krankenversicherung ist zu 250 Mio. Euro Zuschreibungen auf Wertpapiere geschuldet. Im Jahr 2008 musste die Allianz auf Anleihen Abschreibungen vornehmen, weil die Risiken aus diesen Papieren stiegen, die sogenannten Credit Spreads. Jetzt werden die Credit Spreads wieder kleiner, weil die Risiken sich verringern. Deshalb schreibt die Allianz die Papiere hoch. Ohne diesen rein buchungstechnischen Vorgang wäre das operative Ergebnis in der Lebens- und Krankenversicherung unverändert geblieben.
Während dieser Gewinntreiber eher hohl wirkt, müssten wegen eines anderen Trends die Alarmglocken bei Diekmann klingeln: In der Schaden- und Unfallversicherung, dem Kerngeschäft und stetigen Profitbringer für die Allianz, gehen seit zwei Jahren die operativen Ergebnisse deutlich zurück - obwohl die Preise steigen.
Eine wirkliche Antwort hat die Allianz auf diese Entwicklung nicht. In der zweiten Jahreshälfte könnten die Zahlen besser werden, weil die harten Winterschäden der ersten Jahreshälfte wegfallen, sagt der Konzern. Aber sich auf das Wetter zu verlassen, reicht nicht.