Viel Neues bringt
Jürgen Rüttgers nicht mit aus der
GM -Zentrale in Detroit: Konzernchef Rick Wagoner habe ihm persönlich versichert, dass es bislang keine Entscheidung über eine Schließung der deutschen
Opel -Werke gebe, sagt der nordrhein-westfälische Ministerpräsident.
Ähnliches hatte der Opel-Mutterkonzern schon vorher verkündet. Dass bisher noch kein Beschluss für Werksschließungen in Deutschland getroffen wurde, ist für die knapp 26.000 Opel-Mitarbeiter kaum tröstlich. Denn offen bleibt damit, ob entsprechende Pläne nicht schon längst geschmiedet werden. Das würde Wagoner dem Gast vom Rhein wohl kaum offenbaren.
"Mir ist heute ein Stein vom Herzen gefallen", sagte Rüttgers in die Mikrofone der in Detroit wartenden Journalisten. Obwohl der 57-Jährige die feinen Unterschiede genau kennt, will er Zuversicht verbreiten. Schon zweimal ist er aber mit seinen markigen Optimismus auf die Nase gefallen: Bevor der finnische Handyhersteller
Nokia seinen Bochumer Standort im vergangenen Jahr dicht machte, legte sich Rüttgers mit aller Macht ins Zeug für die Arbeitsplätze und sah sogar "ermutigende Zeichen". Gut ein Jahr zuvor musste er seinen medienwirksamen Widerstand gegen das Aus des Handyherstellers BenQ aufgeben.
Der gut inszenierte Kampf für Arbeitsplätze gehört zum Job des Ministerpräsidenten, zumal als CDU-Politiker im SPD-Stammland und gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise. Rüttgers hat mehr Arbeitslosengeld, mehr Rente und mehr Geld für notleidende Firmen gefordert und sich damit durchgesetzt - in der Union. Doch in der Welt der global agierenden Konzerne gelten andere Regeln. Hier sollte er die Hoffnungen der Mitarbeiter nicht zu stark schüren.