Neuerlicher Angriff auf die Fakten: Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad
Einem Oberbürgermeister, den eine Wahl an die Spitze eines Staates gespült hat, mag man ja manche Unkenntnis nachsehen. Auch andere Politiker sind im Amt gewachsen. Aber selbst im Iran sollte genug historisches Wissen vorhanden sein, um den Mord an sechs Millionen Juden und die daraus erwachsenen politischen Konsequenzen als Realität anzuerkennen.
Ahmadinedschad will nicht akzeptieren, dass die Gründung Israels auf einem breiten internationalen Konsens und einem Beschluss der Vereinten Nationen ruht. Er stellt Israels Existenz vor iranischem Publikum vielmehr als Resultat einer europäisch-amerikanischen Verschwörung da. Europa oder die USA sollten doch die Konsequenzen des Völkermords selbst tragen und den Juden Land zur Verfügung stellen, und sei es in Alaska, so der absurde Gedanke Ahmadinedschads.
Streit gibt es genug
Das mag im Kontext der staatlich gesteuerten Propaganda der iranischen Medien bei seinen Anhängern auf offene Ohren stoßen, es beweist aber, dass der iranische Staatspräsident weit außerhalb jedes Bezugsrahmens der internationalen Diplomatie steht. Ihn kümmert nicht, ob er sich im Interesse des Irans jemals mit Europäern oder den USA über strittige Fragen einigen muss.
Streit gibt es genug: das iranische Atomprogramm, die iranische Einflussnahme im Irak oder eben auch die iranische Haltung zum Existenzrecht Israels. Die neue Hetzreden Ahmadinedschads ist wie schon frühere ähnliche Ausfälle von allen Seiten klar verurteilt worden. Darüber hinaus herrscht allerdings leider große Ratlosigkeit, wie man das iranische Rumpelstilzchen zähmen kann.