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Merken   Drucken   28.04.2009, 11:12 Schriftgröße: AAA

Kommentar: Daimlers richtige Chrysler-Entscheidung  

Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Nach diesem Motto ist der Autobauer Daimler beim Verkauf seines Restanteils am maroden US-Konzern Chrysler vorgegangen. von Heimo Fischer
Diese Strategie ist teuer, aber richtig, denn sie vermeidet unkalkulierbare Risiken in der Zukunft. Knapp 20 Prozent besaß Daimler noch an Chrysler, nachdem Konzernchef Dieter Zetsche  den größten Teil bereits vor zwei Jahren an den US-Investor Cerberus verkauft hatte. Doch in dem Anteil schlummerten Gefahren. Deshalb schrieb Daimler die Beteiligung bereits vergangenes Jahr ab und vermied dadurch, künftige Verluste von Chrysler in seine Bilanz aufnehmen zu müssen. Milliardenkredite an Chrysler wurden ebenfalls verloren gegeben. Allein im vergangenen Jahr hat Chrysler die Daimler -Bilanz mit mehr als 3 Mrd. Euro belastet.
Der nun letzte Teil der Trennung wird noch einmal teuer. Aber dafür ist Daimler seine Altlast los. Vor allem haben die Stuttgarter eine Einigung mit Cerberus herbeigeführt. Der Investor hatte dem deutschen Konzern nämlich vorgeworfen, beim Verkauf von Chrysler Informationen vorenthalten zu haben. Wie ein US-Gericht diesen Fall beurteilt hätte, wissen wir nicht. Analysten schätzten, dass Daimler bei einem ungünstigen Urteil weitere Millairden hätte zahlen müssen. Diese Gefahr hat Daimler gebannt und kann sich nun um seine eigenen Absatz- und Liquiditätsprobleme kümmern, die in diesem Jahr schließlich auch noch mal ordentlich zu Buche schlagen werden.
  • FTD.de, 28.04.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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