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Merken   Drucken   07.07.2009, 09:29 Schriftgröße: AAA

Kommentar: Das Iran-Dilemma  

Das Regime in Teheran ist durch die brutale Reaktion auf die Protestbewegung diskreditiert. Israel könnte das nutzen, um die Atomanlagen zu bombardieren. Doch das wäre grundfalsch. von Philip Stephens
Niemand beobachtet die Ereignisse im Iran genauer als Israel. Teheran ist zwar schon seit Langem der Dauerbrenner - mancher würde es auch Obsession nennen - in der politischen Debatte in Tel Aviv und Jerusalem. Aber jetzt hat die Geschichte eine neue Wendung genommen.
Auf den ersten Blick waren die Repressionen gegen die iranische Opposition durch das Regime von Mahmud Ahmadinedschad nach der Präsidentschaftswahl Mitte Juni Wasser auf die Mühlen Israels. Die Bilder von verprügelten und blutenden Demonstranten haben der Weltöffentlichkeit gezeigt, wie Israel die iranische Theokratie seit Langem wahrnimmt. Doch auch die gegenteilige Interpretation ist möglich: Die offensichtliche Manipulation des Wahlergebnisses und die Niederschlagung der Abweichler sprechen auch dafür, dass sich der Westen mehr und nicht weniger engagieren muss.
Bevor mir neokonservative Leser vorwerfen, ich knickte vor einem autoritären islamistischen Regime mit Atomwaffenambitionen ein, möchte ich sagen: Das genannte Argument hat ein scharfsinniges Mitglied des diplomatischen Establishments Israels angeführt. Diese Person hat Ministerpräsident Benjamin Netanjahu beraten und ist gewiss kein Freund der Ayatollahs.
Die Theokratie verliert Rückhalt
Die Reaktion westlicher Staaten auf Ahmadinedschads Entschlossenheit, an der Macht zu bleiben, deutet allerdings auf einen anderen Kurs hin. Die G8-Staaten haben Gewalt gegen Demonstranten auf - für diplomatische Verhältnisse - scharfe Weise verurteilt. Es war sicher richtig, dass mit der Verurteilung der Unterdrückung friedlicher Proteste Teherans fadenscheinige Bemühungen zurückgewiesen wurden, den Westen verantwortlich dafür zu machen, dass im Iran die Demokratie aufkeimt.

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