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Merken   Drucken   17.02.2006, 11:24 Schriftgröße: AAA

Kommentar: Der Faktor Angst bei der A380  

Der europäische Flugzeughersteller Airbus bekommt mit seinem Mammutprojekt A380 die schlimmste Diskussion, die sich ein Flugzeugbauer vorstellen kann: Eine Debatte über Sicherheitsmängel. von Gerhard Hegmann, München
Bei einem extremen Belastungstest der Flügel sind unmittelbar vor dem Erreichen der Zulassungsgrenze jetzt Risse im Flügel aufgetaucht. Die Tragflächen werden dabei so weit gedehnt und belastet, wie es im Flugbetrieb selbst bei den stärksten Turbulenzen nicht vorkommt. Die Nachricht über die Risse schockte die Börse und schickte die Aktie der Airbus-Muttergesellschaft EADS auf Talfahrt.
Die Airbus-Pressestelle versucht die Märkte und die künftigen Passagiere zu beruhigen: "Für uns sind die statischen Tests erfolgreich beendet", erklärte am Freitag eine Airbus-Sprecherin. Die Ergebnisse lägen innerhalb der Toleranzgrenzen. "Es gibt kein Grund für Aufregung." Um die Zulassung bei der europäischen Flugsicherheitsbehörde EASA und der US-Behörde FAA zu erhalten, sollen detaillierte Hochrechnungen vorgelegt werden. Eventuell seien kleine Verbesserungen notwendig. Die statischen Belastungstests hätten ja gerade das Ziel, die Maximalbelastung zu ermitteln. Ob das ausreicht, die künftigen Passagiere zu beruhigen?
Airbus läuft jetzt Gefahr, das subjektive Empfinden über die Sicherheit des doppelstöckigen Flugzeugs für bis zu 853 Passagiere zu unterschätzen, selbst wenn die Ingenieure ausreichend Sicherheitsmargen eingerechnet haben. Der US-Wettbewerber Boeing wird seine Kontakte zur US-Luftaufsichtsbehörde FAA nutzen, um eine Zulassung des Jumbo-Konkurrenten in den USA möglichst zu verzögern.
  • FTD.de, 17.02.2006
    © 2006 Financial Times Deutschland,
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