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  FTD-Serie: Analyse des Desasters

Was gestern vor einer Woche noch unvorstellbar war, ist heute Wirklichkeit: Investmentbanken implodieren, die US-Regierung verstaatlicht mit Hilfe der Fed den größten US-Versicherer und der deutsche Einlagensicherungsfonds scheint auch nicht mehr so sicher wie geglaubt. FTD.de analysiert und kommentiert die unglaublichen Vorgänge.

Merken   Drucken   30.10.2008, 12:01 Schriftgröße: AAA

Kommentar: Deutsche Bank - die fetten Jahre sind vorbei  

Die Deutsche Bank ist ein Riesenfan staatlicher Hilfsaktionen, wie sie erst jetzt wieder bekundet. Das muss sie auch sein, denn hätte die EU nicht vor kurzem die Bilanzierungsregeln gelockert, wäre die größte Bank hierzulande im dritten Quartal schon zum zweiten Mal in diesem Jahr in die roten Zahlen gerutscht. von Christine Mai
Das konnte sie verhindern, da sie als erste Bank bestimmte Wertpapiere und Kredite nicht mehr zum Marktwert bewertete. Die Belastungen fielen so um fast 900 Mio. Euro niedriger aus. Hinzu kamen Beteiligungsverkäufe und Steuergutschriften, so dass es am Ende noch für einen Nachsteuergewinn von 414 Mio. Euro reichte.
So sehr die Börse auch feierte - Analysten hatten einen Verlust erwartet - die Aussichten sind düster. Das Investmentbanking, Hauptstandbein der Bank, leidet weiter unter den Verwerfungen. Besonders bitter ist ein Verlust von 1,3 Mrd. Euro im Eigenhandel.
Zwar muss sich ein solcher Sondereffekt nicht wiederholen - zumal das Institut reagiert: Risikoposten im Eigenhandel sollen zurückgefahren, Kosten gedrückt werden. Die wesentlich geringere Nachfrage nach komplexen Finanzprodukten und Stillstand etwa bei Krediten für fremdfinanzierte Übernahmen werden aber ebenso weiter auf die Margen drücken wie die Tatsache, dass alle Banken derzeit versuchen, Risikopositionen abzubauen, was die Preise für Vermögenswerte sinken lässt.
Und damit nicht genug. Wenn Banken im Gegenzug für die Unterstützung von Regierungen und Notenbanken strengerer Regulierung unterworfen werden, wird das die Erträge weiter mindern.
Eine zusätzliche Gefahr steckt in den Auswirkungen des beginnenden wirtschaftlichen Abschwungs. Die Deutsche Bank  hat ihre Risikovorsorge bereits deutlich ausgebaut. Momentan sind die Rückstellungen noch nicht exorbitant hoch. Dennoch trüben sich die Aussichten für das Kreditgeschäft immer stärker ein. Höhere Ausfallquoten drohen - etwa bei Konsumentenkrediten, aber auch Darlehen an Unternehmen. Auch die Kreditvergabe dürfte zurückgehen, was nicht nur weniger Geschäft für die Bank bedeutet, sondern auch die Gesamtwirtschaft belastet. Die Verwerfungen an den Aktienmärkten bedrücken mittlerweile zudem auch die Vermögensverwaltung stärker, die ja als Teil der stabilen Geschäftsfelder zuverlässige Erträge liefern soll.

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01:54:21 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
Deutsche Bank 29,39 EUR   +1,07%  0.31
  • FTD.de, 30.10.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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