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Merken   Drucken   20.03.2008, 14:07 Schriftgröße: AAA

Kommentar: Die IKB ist nicht zu retten  

Die Lage der Mittelstandsbank IKB wird immer bedrohlicher. Der Verlust in dem bis Ende März laufenden Geschäftsjahr 2007/08 ist höher als befürchtet, der Wert des milliardenschweren Wertpapierportfolios implodiert, der Aktienkurs bricht ein - und helfen soll wieder die Mutter und staatliche Bankengruppe KfW, die selbst bald keine Fördermittel mehr vergeben kann. von Tim Bartz (Frankfurt)
Die IKB ist nicht mehr zu retten. Zu diesem Schluss muss jeder kommen, der das Drama um die einstmals als solide angesehene Düsseldorfer Mittelstandsbank fassungslos verfolgt. Wer gedacht hatte, dass mit dem im Februar beschlossenen dritten Rettungspaket, durch das die Stützungsmaßnahmen auf unfassbare 8,5 Mrd. Euro angeschwollen sind, reichen würde, um die Bank zu retten und verkaufsfertig zu machen, muss umdenken. Erneut muss die 43-Prozent-Mutter KfW ihre Halbtochter mit 450 Mio. Euro stützen. Die nämlich fürchtet, 2007/08 mindestens 800 Mio. Euro verloren zu haben - und nicht wie kürzlich angekündigt "nur" 550 Mio. Euro. Die Folge: Die ohnehin fast pulverisierte IKB-Aktie verliert weitere zwölf Prozent an der Börse.
Noch schlimmer: Die KfW ist zwar noch willens, aber nicht mehr in der Lage, das in der "Bad Bank" zusammengefasste Wertpapierportfolio an einen der wenigen Bieter - vornehmlich "Heuschrecken" - zu veräußern. Ob sie noch die "Good Bank", die das angeblich noch halbwegs solide Mittelstandskreditgeschäft umfasst, los wird, steht in den Sternen - sehr wahrscheinlich ist das nicht. Wahrscheinlicher ist vielmehr, dass die KfW auf der IKB sitzen bleiben wird. Damit aber würde die IKB vollends zum Problem des Staates, der schließlich Eigentümer der IKB-Mutter KfW ist. Und die ist durch die Stützungsmaßnahmen im Übrigen bald kaum mehr in der Lage, Förderkredite zu vergeben - ihr eigentliches Kerngeschäft.

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