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  FTD-Serie: Die Ursprünge der Finanzkrise

Sie begann bei einem kalifornischen Hypothekenanbieter und hat inzwischen Märkte in aller Welt erfasst: Die Subprime-Krise um schlecht besicherte US-Immobilienkredite betrifft längst auch andere Branchen. Unter den Opfern sind zunehmend deutsche Unternehmen.

Merken   Drucken   23.07.2008, 10:25 Schriftgröße: AAA

Kommentar: Die kranken Banken aus der US-Provinz  

Die US-Regierung unternimmt alles, um Groß- und Investmentbanken vor der Kreditkrise zu schützen. Dabei vergisst sie, dass die Gefahr anderswo lauert - in der amerikanischen Provinz. von Tobias Bayer
Wenn die Lage ernst ist, greift US-Präsident George W. Bush zum Telefon. Diesmal am Ende der Leitung: Goldman-Sachs-Banker Ken Wilson. Wilson ist bei der Investmentbank Chairman des Geschäftsbereichs Financial Institutions, jetzt soll er gemeinsam mit Finanzminister Henry Paulson  - früher Vorstandschef von Goldman Sachs - das Finanzsystem der Vereinigten Staaten aus den Turbulenzen steuern. Bis Januar 2009 soll das Engagement des 61-Jährigen befristet sein.
Der Kampf der US-Regierung gegen die Kredit- und Hypothekenkrise lässt sich inzwischen unter dem Titel zusammenfassen: "Die Goldman-Sachs-Brothers gegen den Rest der Welt". Zwar mag Wilsons Verpflichtung für Washington auch ein Gewinn sein, sie birgt allerdings zugleich eine Gefahr: Die herausgehobene Rolle des Goldman-Sachs-Bankers verstärkt den Eindruck, dass die ersten Adressen der Wall Street und die größten Banken des Landes über Gebühr umsorgt werden.
Beispiel Federal Reserve: Die zwei neuen geldpolitischen Instrumente der Notenbank, die Term Securities Lending Facility (TSLF) und die Primary Dealer Credit Facility (PDCF), richten sich direkt an die Nöte des Finanzdistrikts Lower Manhattan. Gleiches galt bereits für den Notverkauf der Investmentbank Bear Stearns an JP Morgan samt eingebautem Risikoschirm im März. Oder Beispiel Börsenaufsicht: Die SEC erschwert seit Montag ungedeckte Leerverkäufe in 19 ausgewählten Aktien - darunter Goldman Sachs und die üblichen Verdächtigen.
  • Aus der FTD vom 23.07.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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