Der Verlust stand in der Bilanz des Allianz-Konzerns, der Gewinn im Einzelabschluss des Teilkonzerns Dresdner Bank. Da kann was nicht stimmen, mögen einfache Gemüter denken. Doch gemach, es hat alles seine Richtigkeit. Schließlich sind Experten am Werk, und denen muss man einfach glauben.
Also das Ganze funktioniert so: Als die Allianz die Dresdner Bank am 23. Juli 2001 übernahm, übertrug sie deren gesamten Beteilungsbesitz zum Marktwert in ihre Bilanz. In der Bilanz der Bank blieben sie aber zum Buchwert stehen. Im ersten Quartal 2001 kam es zu einer konzerninternen Übertragung der Allianzanteile der Dresdner Bank, die in ihrem Einzelabschluss als Finanzertrag von 1,7 Mrd. Euro zu Buche schlugen und unter dem Strich zu einem Gewinn von 1,5 Mrd. Euro führten.
In der Konzernbilanz der Allianz wurde diese Transaktion jedoch wieder neutralisiert, so dass die Bank schon im ersten Quartal mit einem Verlust abschloss. Im zweiten Quartal konnte die Dresdner Bank keine Kursreserven mehr realisieren, sondern musste auf ihren Beteiligungsbesitz sogar fast 300 Mio. Euro abschreiben. So stand unter dem Strich im zweiten Quartal ein fettes Minus von 1,02 Mrd. Euro. Saldiert mit den Ergebnissen des ersten Quartals kommt man auf den von der Allianz genannten Verlust von 1,06 Mrd. Euro Das nennt sich "purchase accounting", für alle, die es wissen wollen. Alles klar?
Mag man es drehen wie man will. Maßgeblich ist der Konzernabschluss der Allianz. Vielleicht wäre die Dresdner Bank gut beraten, in Zukunft auf einen Einzelabschluss zu verzichten. Er stiftet nur Verwirrung.