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Merken   Drucken   08.06.2009, 08:18 Schriftgröße: AAA

Kommentar: Fairness für Wiedeking  

Porsche wollte die Macht bei VW - jetzt braucht der Luxushersteller Stütze vom Staat. Hohn und Spott sind Konzernchef Wendelin Wiedeking dafür auch aus der Politik sicher. Dabei ist die an Porsches Unfall nicht unbeteiligt - nur sagt das keiner. von Thomas Steinmann
Nein, man muss kein Mitleid mit Wendelin Wiedeking  haben. Deutschlands bestbezahlter Manager, der im vergangenen Jahr fast 80 Mio. Euro verdient haben soll, wird nicht gleich in Existenznot geraten und seine Schuhfabrik oder seinen Bauernhof verkaufen müssen, wenn ihn die gescheiterte Volkswagen-Übernahme am Ende seinen Job als Porsche-Chef kosten sollte.
Mitgefühl verdient Wiedeking auch nicht dafür, dass sein kompliziertes Finanzierungsgebäude für den VW-Deal zusammengekracht ist und das Unternehmen unter sich zu begraben droht. Wer wie ein Hedge-Fonds spekuliert, für den gehört Scheitern zum Berufsrisiko. Deshalb ist es auch kein Anlass für Trostbotschaften, wenn der mit 9 Mrd. Euro verschuldete Sportwagenbauer jetzt den Staat um einen Milliardenkredit anpumpen muss - obwohl sein Chef in besseren Zeiten nie einen Hehl daraus gemacht hat, dass er Staatshilfe als Schnorrerei verachtet.

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