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  FTD-Serie: Die Ursprünge der Finanzkrise

Sie begann bei einem kalifornischen Hypothekenanbieter und hat inzwischen Märkte in aller Welt erfasst: Die Subprime-Krise um schlecht besicherte US-Immobilienkredite betrifft längst auch andere Branchen. Unter den Opfern sind zunehmend deutsche Unternehmen.

Merken   Drucken   14.07.2008, 13:00 Schriftgröße: AAA

Kommentar: Freddie und Fannie - Rettung für die Retter  

Sie hatten keine andere Wahl. Das Finanzministerium und die Notenbank springen den staatlichen Hypothekenfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac bei. Die Ironie daran: Fannie und Freddie sollten ursprünglich Helfer sein. Jetzt sind sie das größte Problem. von Tobias Bayer (Frankfurt)
Die gute Nachricht: Pleitegerüchten dürfte damit die Grundlage entzogen sein. Zwar muss der Kongress bei zwei Maßnahmen noch sein Plazet erteilen, die Notfallkredite bei der Fed jedoch stehen mit sofortiger Wirkung zur Verfügung. Das beruhigt fürs Erste die nervösen Anleger. Moral-Hazard-Argumente müssen da zurückstehen: Natürlich ist es fragwürdig, wenn Regierung und Fed nach Bear Stearns jetzt die nächsten Finanzinstitute herauspauken und damit Anreize für riskantes Verhalten geben. Nur: Optionen gab es nicht. Fannie Mae  und Freddie Mac  haben Verbindlichkeiten von 5000 Mrd. $ und sind für den Hypothekenmarkt essentiell. Ihr Marktanteil bewegt sich bei 80 Prozent. Brechen sie zusammen, wäre das eine Katastrophe. Für die USA und damit auch für die globalen Kapitalmärkte. Also: Finanzminister Henry Paulson  und Fed-Chef Ben Bernanke  mussten etwas tun.
Die schlechte Nachricht: Für das restliche Washington ist das Fannie-Freddie-Drama eine gewaltige Ohrfeige. Der Kongress hat darauf vertraut, dass die beiden Hypothekenfinanzierer die Retter spielen. Kapitalauflagen wurden gesenkt, der finanzielle Handlungsspielraum erhöht. Alles zum Wohle der armen Hausbesitzer. Ein kurzsichtiges Vabanquespiel, das sich jetzt rächt. Welch Ironie: Die Retter erweisen sich als schwach und müssen selbst gerettet werden. Ein weiteres Beispiel für aktivistische Politik in Krisenzeiten.

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