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Merken   Drucken   07.05.2008, 11:11 Schriftgröße: AAA

Kommentar: Frenzels Netz  

Das Beziehungsgeflecht des TUI-Chefs hält schon seit mehr als 13 Jahren und wird wohl auch die Hauptversammlung überstehen. Den Schaden haben die Aktionäre. von Matthias Lambrecht
Es sieht so aus, als würde er es am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Hannover erneut schaffen. Die Mehrheit der anwesenden Anteilseigner scheint der TUI-Vorstandvorsitzende Michael Frenzel  auch diesmal auf seiner Seite zu haben. Die Wahl ihm kritischer gesinnter Aktionärsvertreter in den Aufsichtsrat wird der clevere Konzernchef wohl erneut abwenden können.
Frenzels Sieg wäre nicht nur eine Niederlage für John Fredriksen. Der norwegische Reeder hält inzwischen 11,7 Prozent der Anteile an dem Mischkonzern und hat seinem Anteil entsprechend zwei Sitze im Kontrollgremium gefordert. Ein Scheitern Fredriksens wäre auch eine Rückschlag für das Bemühen um eine gute Corporate Governance in Deutschland - eine Unternehmensführung und -kontrolle, die internationalen Anforderungen genügt.
Die Analysten des renommierten ISS Governance Services, die institutionelle Investoren vor Hauptversammlungen beraten und Empfehlungen zum Abstimmungsverhalten geben, haben das Ansinnen Fredriksens unterstützt: Der Reeder und sein Vertrauter Tor Olav Troim könnten nicht nur ihre Erfahrung im Schifffahrtsgeschäft in das Kontrollgremium einbringen. Die Wahl der beiden neuen Vertreter in den TUI-Aufsichtsrat wäre auch dazu geeignet, den Vorstand bei der von Fredriksen geforderten und schließlich durchgesetzten Abspaltung der Containerschiffsparte Hapag-Lloyd in die Verantwortung zu nehmen, so die Corporate-Governance-Experten. Das ist ein klares Misstrauensvotum gegen den TUI-Vorstand. Doch der vom "Manager-Magazin" einst zum Sonnenkönig von Hannover Gekürte herrscht in seinem Imperium lieber weiter ohne störende Kontrolleure.

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