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Merken   Drucken   18.11.2008, 09:05 Schriftgröße: AAA

Kommentar: Good bye, G8  

Die Kuschelrunden der acht größten Industriestaaten sind vorbei. Die Gewinner des globalen Umbruchs werden die Schwellenländer sein - der größte Machtverlust droht den Europäern, wenn sie nicht endlich als Einheit auftreten. von Wolfgang Proissl
George W. Bush hat in den Wochen vor dem Finanz- und Wirtschaftskrisengipfel viel mit Staats- und Regierungschefs der ganzen Welt telefoniert. Bei einem dieser Vorbereitungsgespräche warnte ein europäischer Teilnehmer des Washingtoner Treffens, der US-Präsident dürfe die Dimensionen der Krise bloß nicht unterschätzen. Der Zusammenbruch der Finanzmärkte und der Absturz der Weltkonjunktur seien nicht nur eine existenzielle ökonomische Bedrohung. Auf dem Spiel stehe noch viel mehr: die herausgehobene Stellung des Westen und sein Einfluss in der Welt.
Der Verlauf und das Ergebnis des Krisengipfels am Wochenende haben gezeigt, wie berechtigt diese Warnung ist. Die Europäer mögen zwar die Gipfelinitiatoren gewesen sein und die intellektuelle Vorarbeit geleistet haben. Und die Amerikaner mögen Gastgeber gewesen sein und den Veranstaltungsort gestellt haben. Die wirklichen Gewinner der Zusammenkunft aber sind die Schwellenländer. Bislang waren diese Staaten bei den regelmäßigen Treffen der Staats- und Regierungschefs der acht mächtigsten Industriestaaten (G8) bestenfalls in einer Geste des guten Willens hinzugebeten worden.
Spektakulärer Machtzuwachs
Das Cheftreffen der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) markiert das Ende der G8 als informelle Weltregierung. Kein globales Problem lässt sich künftig noch allein von den geschwächten G8-Staaten lösen. Folgerichtig wurde in Washington vereinbart, dass der nächste Krisengipfel im kommenden Frühjahr wieder im G20-Rahmen stattfinden wird.

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