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Merken   Drucken   26.10.2007, 12:00 Schriftgröße: AAA

Kommentar: Hamburgs Riester-Aktie wird teuer  

Börsenkandidat HHLA hat die Preisspanne noch höher angesetzt als erwartet. Investoren haben starkes Interesse an dem Betreiber von Container-Verladeterminals signalisiert. Kein Wunder: Für jeden investierten Euro gibt es indirekt einen Euro vom Staat geschenkt. von Mark Böschen (Frankfurt)
Geld vom Staat nimmt jeder gern. Das gilt auch für die angeblich so staatskritischen und wirtschaftsliberalen Londoner Fondsmanager. Sie zeigen wie ihre Kollegen in Frankfurt, Zürich und Paris starkes Interesse an der Aktie des Hamburger Hafens. Dabei stört es nicht, dass die Hansestadt Hamburg nur 30 Prozent der Anteile verkauft und die Mehrheit auch auf absehbare Zeit nicht abgeben will.
Im Gegenteil: Bei der Hafenaktie ist der Staatseinfluss ein Verkaufsargument. Denn sie funktioniert ein bisschen wie die Riester-Rente. Für jeden privaten Euro gibt es eine Zulage vom Staat. Denn die Stadt Hamburg hat im Haushalt eingeplant, dass in den kommenden Jahren 2,9 Mrd. Euro in den Hafenausbau investiert werden sollen. Nur 900 Mio. Euro davon werden aus dem Börsengang erwartet, der Rest sind Steuergelder.
Das ist gut für den Hafen und seine neuen Aktionäre: Denn von jedem Euro, der in den Hafen fließt, kommen nach Einschätzung von HHLA-Chef Klaus-Dieter Peters rund zwei Drittel indirekt der HHLA zu Gute. Das macht also rund 2 Mrd. Euro für neue Kaimauern und neue Schienen- und Autobahnanbindungen, auf die sich der Hafenbetreiber freuen darf. Das ist fast doppelt so viel, wie HHLA von den Investoren einsammeln will. Für jeden Euro von der Börse bekommt HHLA also indirekt einen Euro vom Staat geschenkt. Das entlastet die Firmenkasse. So kann der Hafenbetreiber trotz der Milliardensummen, die er selbst für Investitionen in seine Terminals vorgesehen hat, den Anlegern eine hohe Dividende versprechen.

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