Dass ein so stark vom Investmentbanking abhängiges Institut wie die
Deutsche Bank nach dem Horror der letzten Monate Milliardenverluste ausweist, ist kaum überraschend. Schließlich hat selbst Bankchef
Josef Ackermann mittlerweile aufgehört zu sagen, das Ende der Krise sei in Sicht. Erschreckend sind die vorläufigen Daten dennoch. Sie lassen ganz Übles ahnen für die nächsten Wochen und Monate.
Wenn der Branchenprimus schon so tief im Krisensumpf steckt, wie wird es dann bei chronisch schwachen Kandidaten aussehen? Beim staatlichen Rettungsfonds Soffin stapeln sich dem Vernehmen nach bereits die Anträge von Instituten, die sich im Gegensatz zur Deutschen Bank nicht zu fein für direkte staatliche Hilfe sind.
Ein derart angeschlagenes Bankensystem wäre allein schon Grund zu großer Sorge. Doch 2009 rollt die nächste Problemlawine auf die Institute zu: Im Zuge des Abschwungs drohen Kredite massenhaft auszufallen.
Da wird es nicht mehr reichen, auf den Soffin und die eine oder andere (Teil-)Verstaatlichung zu setzen. Die Bundesregierung darf nicht länger zögern: Die Bad Bank muss her, und zwar schnell.
Nicht, um die Bankmanager für ihre schlechte Arbeit noch mit einer Müllhalde für toxische Wertpapiere zu belohnen. Sondern um das Eigenkapital der Institute wirksam zu schützen und Schlimmeres abzuwenden.
Nur wenn die Banken Raum haben, ihre Kapitalbasis wieder zu stärken, werden sie in der Lage sein, Kredite an Unternehmen und Privatpersonen zu vergeben. Nur so lässt sich ein Teufelskreis vermeiden, in dem die Banken aufgrund ihrer eigenen Probleme die gesamte Volkswirtschaft abwürgen.
Die Bundesregierung sollte ihre populistischen Angriffe auf die angeblichen Kaltbülter stoppen - ebenso wie ihre plumpen Versuche, staatliche Hilfe als Druckmittel für die Kreditvergabe zu nutzen. Dieses Verhalten ist nicht nur ärgerlich - es bringt auch nichts.
Zweifellos, mit der Bad Bank würde man Bankmanagern - unter anderem Ackermann - schon wieder einen Wunsch erfüllen - obwohl in der Branche mehr Demut derzeit wahrlich gefragt wäre. Und natürlich müsste gewährleistet sein, dass die Banken etwaige Verluste selbst tragen.
Richtig eingesetzt ist die Bad Bank ein wirksames Instrument, das haben die Schweden und andere schon vorgemacht. Wenn der Rekordverlust der Deutschen Bank eines klar gemacht hat, dann das: Die Zeit für kleinkarierte Diskussionen ist vorbei.