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Merken   Drucken   09.04.2009, 12:24 Schriftgröße: AAA

Kommentar: HRE-Angebot - Bittersüße Medizin  

Das Übernahmeangebot des staatlichen Rettungsfonds Soffin an die Aktionäre der maroden Hypo Real Estate kann als durchaus schmeichelhaft bezeichnet werden. Die Aktionäre sind gut beraten, die Offerte anzunehmen. von Rolf Lebert (Frankfurt)
Schmeichelthaft ist wohl das treffende Wort: Nicht nur, dass der Soffin für sein Angebot den höheren von zwei möglichen Preisen zugrunde legt. Er zahlt sogar auf den Durchschnittskurs vom 1. bis 15. Februar einen Aufpreis von rund zehn Prozent und bietet damit pro Aktie 1,39 Euro.
Halb resignierend, halb erfreut beeilten sich denn auch Aktionärsschützer, das Angebot "mangels Alternativen" als "attraktiv" zu bezeichnen. Unter den gegebenen Umständen, so die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, "ist die Offerte eine Gelegenheit für Aktionäre, ihre Anteile zu verkaufen.
Der Soffin verzichtet auf eine Begründung, weshalb er mehr bietet, als den gesetzlichen Mindestpreis. Es bedarf freilich nicht allzu großer Phantasie, um sich einen Reim darauf zu machen. Dem Rettungsfonds ist daran gelegen, die Verstaatlichung der HRE möglichst schnell ohne ausufernde Streitereien mit den Altaktionären durchzuziehen. Je dürftiger das Angebot, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass die Aktionäre sich querstellen.
Wie die Dinge liegen, sind die Aktionäre gut beraten, das Angebot anzunehmen. Ihre Verhandlungsposition ist ausgesprochen schwach. Stellen sie sich bockig, droht ihnen die Zwangsenteignung, wie es im Gesetz vorgesehen ist. Aber auch wenn das Anbot des Soffin den Aktionären entgegenkommt, ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.
Mit am Tisch sitzt nämlich die EU-Kommission, die derartige Transaktionen kontrolliert. Sollte sie zu dem Ergebnis kommen, dass der Soffin regelwidrig Geschenke an die Aktionäre verteilt und auf dem Mindestpreis bestehen, würden die Altaktionäre erst Recht in die Röhre gucken.

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