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Merken   Drucken   22.09.2008, 10:25 Schriftgröße: AAA

Kommentar: Investmentbanken - schlicht-geniale Idee  

Nun haben auch Goldman Sachs und Morgan Stanley ihren Status als Investmentbanken verloren - im Unterschied zu Bear Stearns, Merrill Lynch und Lehman Brothers allerdings freiwillig. Beide Banken unterwerfen sich dem Aufsichtsregime der US-Notenbank Fed. Ein cleverer Schritt - und eine schwere Niederlage für die Börsenaufsicht SEC. von Tim Bartz (Frankfurt)
Nun ist es endgültig klar: Die Wall Street, wie wir sie kennen, ist tot und kommt nicht mehr wieder. Mit Goldman Sachs  und Morgan Stanley  haben auch die letzten beiden Investmentbanken ihren Sonderstatus verloren; sie firmieren künftig als Banken-Holdings. Damit sind sie hundsgewöhnlichen Geschäftsbanken und sogar Sparkassen gleichgestellt, dürfen eigenständig Einlagenbanken gründen oder übernehmen sowie immerfort das Diskontfenster der Fed nutzen, sofern ihre Liquidität zu versiegen droht.
Der Preis dafür ist vergleichsweise gering: Sie unterstehen künftig der Aufsicht der Fed und nicht mehr der SEC. Das allerdings war faktisch auch bislang schon der Fall, seit die Fed nach der Pleite von Bear Stearns im März ihr Diskontfenster für Investmentbanken geöffnet hatte. Für jeden ersichtlich, hat sich seither abgezeichnet, dass die SEC ihr Aufsichtsmonopol über die Investmentbanken verlieren würde. Einerseits deshalb, weil es immer weniger Investmentbanken gibt, andererseits weil die Regulierung mit der Zeit ganz von allein auf die Fed übergegangen wäre. Schließlich wollten die Währungshüter nicht die Deppen des Finanzsystems sein, die bereitwillig auch Investmentbanken Liquidität zur Verfügung stellen, sie aber nicht beaufsichtigen dürfen.

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19:29:26 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
Morgan Stanley 13,25 USD   -0,45%  -0.06
Goldman Sachs 96,7 USD   -0,17%  -0.16
  • FTD.de, 22.09.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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