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Merken   Drucken   05.10.2008, 09:19 Schriftgröße: AAA

Kommentar: Jetzt muss Merkel helfen  

Die Rettung der Hypo Real Estate ist vorläufig gescheitert, der Refinanzierungsbedarf offenbar weit höher als angenommen. Helfen muss jetzt die Bundesregierung: Sie sollte nach dem Vorbild Irlands die Spareinlagen der Deutschen bei allen Banken des Landes garantieren, um eine Panik zu verhindern. von Tim Bartz (Frankfurt)
Sie kennen es kaum noch anders: Arbeitswochenenden sind für die Spitzen der deutschen Finanzbranche und Politik spätestens seit der Rettung der Mittelstandsbank IKB  im Sommer 2007 nichts Ungewöhnliches mehr. Auch an diesem Wochenende dürften Bankmanager und Berliner Spitzenbeamte bis tief in die Nacht verhandeln, um den Kollaps des Münchener Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate  doch noch abzuwenden.
Vor allem die Bundesregierung steht unter Druck, denn alleine ist die Kreditwirtschaft überfordert mit dem Problem. Wenn es stimmt, was die Deutsche Bank  ausgerechnet hat - dass die Hypo nicht 35 Mrd. sondern 100 Mrd. Euro braucht - dann kann nur der Staat noch helfen, um eine Katastrophe zu vermeiden. Zu wichtig ist die Hypo für den Pfandbriefmarkt, zu groß die Verflechtung mit den anderen Banken, als dass ein Kollaps riskiert werden darf. Die Branche kann die fehlenden Milliarden nicht mehr aufbringen, ohne sich selbst in allerhöchste Gefahr zu bringen. Zu prekär ist ihre Lage jetzt schon. Auch wenn es sich fast nach Erpressung des Staates durch die Banken anhört. Schließlich wissen die Kreditinstitute, dass bis heute Nacht eine Lösung gefunden werden muss, bevor die asiatischen Börsen eröffnen. Gibt es bis dahin keine Lösung, dürfte von den Märkten in Fernost angesichts der Nachrichtenlage im fernen Europa die nächste Schockwelle um die Erdkugel ausgehen. Das erhöht den Druck auf die Beteiligten, vor allem aber für den Staat, die Hypo zu retten.

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