FTD.de » Meinung » Kommentare » Kaufen vor dem Sturm

Merken   Drucken   27.07.2009, 15:27 Schriftgröße: AAA

Kommentar: Kaufen vor dem Sturm  

Die Bürger wollen sich die Laune nicht verderben lassen und kaufen unermüdlich ein. Wie andere aktuelle Indikatoren trügt das Konsumklima jedoch - worüber die Kanzlerin kein Wort verlieren wird. von Birgit Marschall (Berlin)
Etwas Besseres kann Angela Merkel zwei Monate vor der Bundestagswahl gar nicht passieren: Konjunkturindikatoren zeigen reihenweise wieder nach oben, die tiefste Rezession der Nachkriegszeit scheint überwunden. Nach Auftragseingängen, Industrieproduktion und Ifo-Index überrascht heute auch der Konsumklimaindex des Marktforschungsinstituts GfK positiv. Die Kauflaune der Verbraucher ist demnach mit Blick auf den August nochmals gestiegen – obwohl die Bürger längst wissen, dass die schlimmsten Krisenfolgen am Arbeitsmarkt erst noch kommen.
Bis es tatsächlich so weit ist, bis die Arbeitslosigkeit Monat für Monat rasant zunehmen wird, wollen sich die Bürger die Laune offenbar nicht verderben lassen. Niedrige Inflation, geringe Sparzinsen und Einkommensverbesserungen sorgen vorerst noch für eine stabile Konsumnachfrage. Vor allem die 20 Millionen Rentner dürften den Konsum stützen, schließlich haben sie zum 1. Juli eine stattliche Rentenerhöhung erhalten.
Doch das ist nur die Ruhe vor dem Sturm. Sobald die Arbeitslosenzahl rascher zunimmt, wird auch die Konsumfreude spürbar abnehmen. Neben der Angst um den Job dürfte dann auch die Angst vor Beitrags- und Steuererhöhungen die Bürger stärker beeindrucken. Die drohenden Defizitsteigerungen in den Sozialversicherungen sind unübersehbar.
Merkel freilich wird bis zum Wahltag stillhalten und darüber kein einziges Wort verlieren. Der Kassensturz kommt erst nach der Wahl.
  • FTD.de, 27.07.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
  18.05. Pressestimmen zum Röttgen-Rauswurf "Angela Merkel eiskalt"
Pressestimmen zum Röttgen-Rauswurf: "Angela Merkel eiskalt"

Deutschlands Leitartikler zeigen sich verwundert über Merkels schroffe Art bei Röttgens Zwei-Minuten-Rausschmiss, erkennen dafür aber gute Gründe. Einer sieht die alte Merkel zurückkehren. mehr

 



  18:35 Deutsches Mädchen jahrelang als Sklavin gehalten
Vermischtes: Deutsches Mädchen jahrelang als Sklavin gehalten ...

In Bosnien ist ein deutsches Mädchen acht Jahre lang als Sklavin gehalten worden. mehr

Mehr zu: Bosnien, Deutsche

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote