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Merken   Drucken   09.07.2009, 08:39 Schriftgröße: AAA

Kommentar: Kellaway - Frauenanteil kein Erfolgsfaktor  

Immer mehr Frauen glauben neuerdings, dass weiblicher Einfluss ein Unternehmen rentabler macht. Doch für diese Behauptung gibt es nicht nur keine Beweise - sie ist zudem diskriminierend. von Lucy Kellaway
Lucy Kellaway ist FT-Kolumnistin.
Am 4. September 2006 berief ein Unternehmen, das jetzt im britischen Börsenindex FTSE 100 vertreten ist, zwei Frauen in den Verwaltungsrat. Von diesem Tag an ist der Aktienkurs des Unternehmens um 18 Prozent gestiegen, obwohl der Markt insgesamt 28 Prozent verloren hat.
Wäre ich eine dieser Frauen, würde ich gern darlegen, dass die erste Tatsache die zweite herbeigeführt hat. Aber da es nunmal so ist, dass Verwaltungsratsmitglieder vor allem auf die Zahlen schauen und versuchen müssen, vernünftig mit ihnen zu arbeiten, muss ich leider sagen, dass die bessere Kursentwicklung andere Ursachen hat: Die Tatsache, dass zwei Frauen berufen wurden - für ungefähr neun Sitzungen im Jahr -, hat genauer gesagt nichts damit zu tun.
Wie dem auch sei, die Kursentwicklung lässt auch mich Teil einer neuen statistischen Orthodoxie werden, die sich rühmt, einen definitiven Zusammenhang zwischen Frauen und Geld gefunden zu haben.
Die Lehre der "Womenomics"
In den vergangenen beiden Tagen hat dieser Glaubensgrundsatz meinen Hals gleich zweimal anschwellen lassen. Das erste Mal, als der Grundsatz auf einem Dinner für weibliche Führungskräfte schlicht als Fakt dargestellt wurde. Das zweite Mal geschah es durch ein neues Buch namens "Womenomics", das zwei TV-Moderatorinnen geschrieben haben. Zentraler Punkt ist die "Östrogen-Kapital-Relation". Dahinter steckt der Gedanke, Unternehmen mit mehr weiblichen Führungskräften seien profitabler. Bei dieser Relation wird mir gleich aus drei Gründen übel. Erstens: Sie ist eklig. Zweitens: Sie diskriminiert Frauen, die nach den Wechseljahren über weniger Östrogene verfügen. Drittens: Sie ist kompletter Mumpitz.

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