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Merken   Drucken   21.08.2008, 11:21 Schriftgröße: AAA

Kommentar: KfW sendet falsches Signal  

Sieben Monate nach der Verkaufsankündigung, fast 13 Monate nach Ausbruch der Krise hat die Staatsbank KfW die Mittelstandsbank IKB veräußert. Sie geht an den Finanzinvestor Lone Star. Am Ende steht der Sinn der gesamten IKB-Rettung in Frage. von Elisabeth Atzler (Frankfurt)
Unabhängig von den Details des Geschäftsmodells von Lone Star - der Verkauf der Mittelstandsbank IKB  an den US-Finanzinvestor macht noch einmal das ganze Desaster der Rettungsaktion deutlich. Mit fast 9 Mrd. Euro stützen die Staatsbank KfW, zugleich IKB-Großaktionär, die drei deutschen Bankenverbände sowie der Bund das angeschlagene Mittelstandsinstitut. Für sämtliche Klagerisiken springt der Staat obendrein noch ein. Und die bereits in die Bredouille geratene KfW ist bereit, weitere problematische Wertpapiere der IKB zu übernehmen.
Der Preis, die IKB zumindest über das Krisenjahr seit Ende Juli 2007 hinweg zu erhalten, ist zu hoch. Gerade wenn Lone Star die IKB auseinandernimmt und einzelne Teile veräußert oder rasch schließt, wird klar: Das Ergebnis - eine völlig verschlankte Rest-IKB - hätte man auch erzielen können, wäre die IKB einfach Pleite gegangen. Wie wichtig kann so eine IKB, die eigentlich den Mittelstand mit Langfristkrediten versorgt, noch für die hiesigen Firmen sein? Zumal, wenn der Bund jetzt den Bieter bevorzugt, der anders als der zweite Bieter RHJ offenbar nicht vorhat, die IKB weiterhin als Finanzierungsplattform für den Mittelstand zu erhalten? Es ist ohnehin äußerst fraglich, ob der deutsche Mittelstand die IKB nach Monaten der Ungewissheit noch als Langfristfinanzierer benötigt.

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