Alle Argumente gegen die Reform liegen auf dem Tisch, an ihnen wird sich in den nächsten Jahren nichts ändern. Auch 2008 wird der Arbeitsmarkt keinen Bedarf für Abiturienten mit sechs Semestern Jura haben. Auch 2008 droht den Jura-Fakultäten die "Fachhochschulisierung", wenn das akademische Studium erst zu einer Mischung aus Fall-Sudien, Englischer Rechtsterminologie und BWL für Juristen degradiert wird.
Auch 2008 wird das Recht eine überwiegend nationale Angelegenheit sein, die eine europaweit einheitliche Ausbildung überflüssig macht. Und auch 2008 dürfte es unverzichtbar sein, alle Bachelor einer Zugangsprüfung zum Referendariat zu unterwerfen, um ein einheitliches Niveau aller Referendare zu gewährleisten. Die Verschiebung ist also eine Farce.
Immerhin haben die Jura-Fakultäten Zeit gewonnen, um die letzte Reform des Studiums zu evaluieren, an der sie noch knabbern. Und sie können sich dazu aufraffen ein eigenes Konzept für eine Bologna-Reform zu entwickeln. Damit können sie verhindern, was den Juristen am meisten Angst macht: Dass allein in den Kultusministerien entschieden wird, wie die Zukunft der Juristenausbildung aussieht.