Großaktionär Elevation Partners sorgte mit einem geschickten Schachzug für diesen Erfolg. Nach der Übernahme von 25 Prozent der
Palm-Aktien hat der Finanzinvestor die Apple-Veteranen und iPod-Entwickler Jonathan Rubinstein und Paul Mercer an Bord geholt. Rubinstein hat jetzt auf der Messe CES in Las Vegas eine Produktpräsentation hingelegt, wie man sie bei
Apple zuletzt nicht mehr gesehen hat und damit für Begeisterungsstürme im Publikum gesorgt.
Der Jubel sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Palm sich die mit dem Kurssprung vergebenen Vorschusslorbeeren erst noch verdienen muss. Die treue Palm-Fangemeinde ist für den dringend notwendigen Erfolg inzwischen viel zu klein. Im scharfen Wettbewerb muss es daher gelingen, Anbietern wie Apple oder
RIM Kunden abzujagen. Doch als iPhone-Killer sind schon viele Handyhersteller angetreten, und noch keiner hat dem Touchscreen-Trendsetter ernsthaft Paroli bieten können. Auch RIMs E-Mail-Empfänger Blackberry ist trotz diverser Attacken gewichtiger Konkurrenten das Lieblingsspielzeug der Manager geblieben.
Palms neues Gerät überzeugt zwar durch technische Neuerungen, wie etwa die Möglichkeit verschiedene Anwendungen parallel laufen zu lassen. Das allein reicht aber als Verkaufsargument kaum aus. Maßgeblich dürfte der bislang noch nicht verkündete Preis und die Auswahl der Vertriebskanäle sein. Mit Sprint hat sich Palm einen Netzbetreiber als zunächst exklusiven Partner in den USA gesucht, dem wie dem Pre-Hersteller zuletzt wenig gelungen ist. Für den erhofften Umsatz- und Gewinnschub braucht das Unternehmen weitere starke Mobilfunkanbieter, die ihren Kunden das neue Gerät offerieren - in den USA ebenso wie in anderen Märkten.
Der Schlüssel zum Erfolg dürfte aber die Bereitschaft der Softwareentwickler sein, an Produkten für das neue Betriebssystem WebOS zu arbeiten, das Palm mit dem Pre etablieren will. Die breite Auswahl an Applikationen zum Herunterladen befeuert nicht mehr nur den Verkauf der iPhones. Wer im Geschäft mit den mobilen Kleinstcomputern in Zukunft mithalten will, muss eine ausreichend große Entwicklergemeinde um sich scharen, die ein attraktives Angebot bereitstellen. Neben Apple buhlen gewichtige Spieler wie Windows,
Google und
Nokia mit ihren Betriebssystemen um die Programmierer. Und die gehen naturgemäß zuerst dorthin, wo mit vielen Nutzern das beste Geschäft zu machen ist.
Palm muss es nun gelingen, im Konzert der Großen hörbar mitzuspielen. Die Apple-Veteranen haben dem Smartphone-Pionier diese Chance eröffnet. Es dürfte wohl die letzte sein.