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Merken   Drucken   31.05.2009, 14:37 Schriftgröße: AAA

Kommentar: Lucy Kellaway - Lob mich!  

Es gibt eine scheinbar einfache Antwort auf fast jedes Managementproblem: Anerkennung zeigen. Dabei ist es höllisch schwer, ein gutes Lob nicht zu vermasseln. Ein paar praktische Tipps. von Lucy Kellaway
Lucy Kellaway ist FT-Kolumnistin.
Ich bin süchtig nach Lob. Dieser Zustand ist weder attraktiv noch reif noch produktiv. Trotzdem lechze ich nach Lob, und wenn ich es nicht bekomme, gehe ich ein. Wenn ich es jedoch bekomme, halte ich es ins Licht, um seine Qualität zu prüfen, und hält es der Inspektion stand, verspüre ich einen kurzen "Lobesrausch". Aber dann will ich - brauche ich - mehr.
Da mein eigener Hunger nicht zu stillen ist, gehe ich davon aus, dass Lob die Antwort auf jedes Managementproblem ist. Gerade an diesem Punkt im Konjunkturzyklus, wenn niemand es sich leisten kann, Leute mit Geld zu belohnen, liegt es auf der Hand, sie mit großzügigen Gaben von "Was für ein Star!" zu bedenken.
Aber ach, so leicht ist es leider nicht. Letzte Woche hat mich eine Freundin angerufen, sie war völlig am Boden. Einen Tag zuvor hatte ihr Manager sie in sein Büro bestellt, um eine Liebesbombe auf sie abzuwerfen - und sie vernarbt zurückgelassen. Er hatte ihr zum leichtesten Teil ihrer Arbeit gratuliert, ihre Sorgfalt gelobt. Das sei fast so schlimm, klagte sie, wie für Pünktlichkeit gelobt zu werden.
Die richtige Dosis
Ein Lob richtig hinzukriegen ist höllisch schwer: Gutes Lob ist eine höhere Kunst als gute Kritik, ein schlechtes Lob ist schlechter als gar keines. Selbst gutes Lob verliert sein "Ooh!", wenn es des Guten zu viel ist. Wie bei Rauschmitteln gibt es eine Dosis, die harmlos ist, darüber hinaus wird es gefährlich. Zwei Einheiten Alkohol am Tag sind in Ordnung, zwei Einheiten Lob bei Weitem zu viel. Wenn man jeden Tag gelobt wird, verspürt man schnell keinerlei Rausch mehr; eine Reduzierung der Dosis demotiviert aber.

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