Es ist August, es ist warm, und die Sonne scheint. Da drängt sich unweigerlich eine Frage auf: Verflixt, was tue ich hier bei der Arbeit?
Vielleicht haben Sie sich das insgeheim auch schon gefragt. Und wie mögen sich erst Ihre Untergebenen fühlen? Womöglich sind nicht alle so pflichtbewusst wie Sie. Auch die fragen sich vielleicht, warum sie bei der Arbeit sind und nicht irgendwo das schöne Wetter genießen. Der Körper mag am Schreibtisch sitzen, aber vom Kopf her sind sie ganz woanders.
Während die Motivationswerte einen Tiefpunkt erreichen, naht vermeintliche Abhilfe: Die Sommerausgabe der "Harvard Business Review" ("HBR") enthält einen Artikel mit dem Versprechen eines "mächtigen neuen Modells" für die Mitarbeitermotivierung. Die Autoren Nitin Nohria, Boris Groysberg und Linda-Eling Lee nutzen die neuesten Forschungserkenntnisse über die Funktionsweise des Gehirns. Sie argumentieren, dass die Mitarbeitermotivation von vier Schlüsselelementen ("Antrieben") abhängt: dem Antrieb, etwas zu erreichen (Belohnungen und Erfahrungen), dem Antrieb dazuzugehören (ein Gemeinschaftsgefühl aufzubauen), dem Antrieb zu verstehen (Arbeit muss bedeutungsvoll sein) und dem Antrieb zu verteidigen (Fairplay für alle).
Motivationskunst? Fehlanzeige
Manager können sich dem Artikel zufolge bei keinem Antrieb Fehler erlauben. Die Autoren haben diverse Unternehmen untersucht und dabei festgestellt, dass ein Manager schlecht bewertet wird, wenn die Mitarbeiter merken, dass er bei auch nur einem einzigen Antrieb deutlich weniger leistet als seine Kollegen.
Die bedürftige Belegschaft glücklich und arbeitsfreudig zu halten ist eine enorme Aufgabe. Aber ohne motivierte Mitarbeiter leidet die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens. Die Beweise zeigen, dass viele Manager mit dieser grundlegenden Aufgabe weiterhin Schwierigkeiten haben.