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  FTD-Serie: Obamas Amtseinführung

Große Erwartungen begleiten Barack Obama, der als 44. Präsident ins Weiße Haus einzieht. Die Feiern finden ihren Höhepunkt, wenn er unter großen Sicherheitsvorkehrungen ins Amt eingeführt wird. FTD.de berichtet von den Feierlichkeiten.

Merken   Drucken   20.01.2009, 09:25 Schriftgröße: AAA

Kommentar: Obama im Lincoln-Rausch  

Barack Obamas Selbstvergleich mit dem Überpräsidenten riecht nach Größenwahn. Doch er entlastet ihn von übermenschlichen Hoffnungen. von Sabine Muscat
Aus seiner Verehrung für Abraham Lincoln hat Barack Obama nie einen Hehl gemacht. Die wichtigsten Etappen seines Wegs ins Weiße Haus hat er an Orten markiert, die an seinen Helden erinnern - von den Treppen vor dem Kapitol in Springfield, Illinois, wo Lincoln eine seiner berühmtesten Reden hielt und Obama seine Präsidentschaftskandidatur verkündete, bis zum Grant Park in Chicago, in dem Lincoln zum Kandidaten seiner Partei gekürt wurde und in dem Obama seinen Wahlsieg feierte.
Doch das mehrtägige Spektakel zu Obamas Amtseinführung stellt nicht nur alle bisherigen Einführungen, sondern auch alle Lincoln-Gedächtnisfeiern in den Schatten. Der neue Präsident reiste mit dem Zug nach Washington - wie Lincoln 1861. Seine Willkommensfeier fand vor dem Lincoln Memorial statt. Und bei der Vereidigung heute wird er seine Hand auf Lincolns Bibel legen. Die Welt mag im Obama-Fieber sein - Obama ist im Lincoln-Rausch.
Oder aber im Ego-Wahn. Wie kommt ein 47-jähriger Politiker, der gerade einmal zwei Jahre im US-Senat verbracht hat, dazu, sich wie selbstverständlich den Mantel der Geschichte überzuwerfen? Sich als Reinkarnation des Mannes auszugeben, den die meisten Amerikaner für den größten Präsidenten aller Zeiten halten? Kann nach einer solchen Inszenierung nicht nur noch der Absturz kommen?

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