Kommt
France Telecom bei
TeliaSonera zum Zuge, lägen die Bonner hinter dem französisch-skandinavischen Konzern,
Telefónica und dem Mobilfunkriesen
Vodafone im europäischen Vergleich abgeschlagen auf Rang vier. Und wenn
Verizon in den USA die Übernahme des kleineren Rivalen
Alltel gelingt, droht die US-Tochter von T-Mobile auch hier den Anschluss zu verlieren.
In Zeiten, in denen sich die Telekomkonzerne weltweit zu größeren Einheiten zusammenschließen, um kostengünstiger größere Teile des Marktes erreichen zu können, droht die Deutsche Telekom zum Konsolidierungsverlierer zu werden. Die Beteiligung am vergleichsweise kleinen griechischen Staatskonzern
OTE ist nicht der Stoff, mit dem sich gute Börsenstorys schreiben lassen. Die Investoren, die auf eine strategische Perspektive bei der
Telekom warten, verlieren allmählich die Geduld. Der Kurs der T-Aktie hält sich nur noch mit Mühe oberhalb von 10 Euro.
Dabei ist nicht jede denkbare Übernahme auch sinnvoll. Eine Übernahme des US-Wettbewerbers Sprint Nextel, die in den vergangenen Monaten Obermann erwogen haben soll, hätte zwar Größenvorteile, aber auch jede Menge Probleme bei der Integration gebracht. Schon der Zusammenschluss von Sprint und Nextel gilt vor allem wegen der unterschiedlichen technischen Standards der Netze als gescheitert. T-Mobile hätte einen dritten Standard in die Firmenehe gebracht - ertragssteigernde Synergien sind da kaum zu erkennen.
Lange hat Obermann die Position vertreten, nichts "Großes zu machen, nur um etwas Großes zu machen". Das klingt umsichtig, könnte sich aber schon bald als allzu große Zögerlichkeit erweisen. Jede Fusion von Wettbewerbern, die die Telekom vor allem in Europa zurückfallen lässt, erhöht den Druck auf den Telekom-Chef. Auf France Telecom und TeliaSonera könnte etwa die Übernahme von KPN durch Telefónica folgen. Hält sich Obermann zu lange zurück, drohen ihm am Ende Preiskämpfe, in denen er sich nur mit überhöhten Geboten durchsetzen kann, wenn er die Position seines Unternehmens im Wettbewerb sichern will.