Nach Überschwang vor und nach der Deutschen Einheit und Eiszeit während des Irak-Krieges sind die deutsch-amerikanischen Beziehungen in einer neuen Normalität angelangt. Es gibt viele Gemeinsamkeiten und manchen Unterschied und man redet nicht mehr drumherum. Das ist gewiss ein Fortschritt, wenn auch vielleicht kein ganz neues Kapitel in der langen Geschichte der beiden Staaten.
Die gemeinsame Erklärung zur Umweltpolitik bedeutet zwar keinen Schwenk des größten Welt-Umweltsünders USA, ist aber immerhin ein Zeichen des guten Willens. Die USA lassen sich dazu herab, wenigstens das Problem der Erderwärmung anzuerkennen und wollen bei der Entwickung alternativer Techniken kooperieren.
In der Außenpolitik bleiben Unterschiede, die aber auf absehbare Zeit nicht in einen großen Konflikt münden werden. In Sachen Iran überlässt Bush den EU-Ländern Deutschland, Großbritannien und Frankreich weiter die Verhandlungen. Der Präsident hat klar gemacht, dass "Iran nicht Irak" ist, eine militärische Auseinandersetzung also allenfalls eine noch relativ weit entfernte Zukunftsoption ist. Die Europäer werden weiter darauf dringen, dass die USA selbst auf Iran zugehen. Soweit ist Bush noch nicht, aber eine rhetorische Entspannung ist spürbar - ebenso wie beim Thema Irak und Nahost. Das ist die gute Nachricht vom Bush-Besuch, die auch noch wirkt, wenn sich die Rhein-Main-Region vom Sicherheitschaos erholt hat.