Die Affäre um die Enttarnung einer CIA-Agentin durch Mitarbeiter des Weißen Hauses hat ein ersters Opfer gefordert: Lewis "Scooter" Libby, Stabschef und Sicherheitsberater von US-Vizepräsident Dick Cheney, wurde wegen Meineids, Falschaussage und Behinderung der Justiz angeklagt. von Hubert Wetzel, Washington
Die ganz große Katastrophe hat das Weiße Haus damit vermieden. Libby ist zwar der wichtigste Zuarbeiter des außerordentlich mächtigen Vizepräsidenten. Die Anklage ist ein schwerer Schlag für Cheney und die Regierung. Doch das Worst-Case-Szenario blieb aus: Karl Rove, Chefstratege von Präsident George W. Bush, bleibt eine Anklage vorerst erspart. Gegen ihn wird zwar weiter ermittelt, doch im Moment steckt der Skandal im Vorzimmer des Präsidenten fest - nicht im Oval Office. Politisch ist das für Bush extrem wichtig.
Allzu viel Trost gibt es für das Weiße Haus freilich nicht. In der CIA-Affäre steckt noch reichlich Sprengstoff. Und Libbys Anklage ist nur eines in einer langen Reihe von innen- und außenpolitischen Problemen, die Bushs Präsidentschaft an den Rand des Abgrunds gebracht haben. Schon vor der Veröffentlichung der Anklage sah es düster für Bushs restliche Amtszeit aus. Seit Freitag ist der Ausblick noch ein bisschen dunkler.
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