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Merken   Drucken   16.12.2008, 10:19 Schriftgröße: AAA

Kommentar: Tastend durch die Krise  

Die US-Notenbank hat für ihre spektakulären Maßnahmen in der Finanzkrise Kritik eingesteckt. Aber auch wenn die Fed Fehler gemacht hat, ihr Ziel ist das richtige: Eine Deflation zu verhindern. von Mark Schrörs
Wer in den vergangenen Monaten die US-Geldpolitik verfolgt hat, dem konnte mitunter schwindlig werden: Die Notenbank Fed senkte nicht nur in beispielloser Manier den Leitzins von 5,25 auf ein Prozent, binnen weniger Monate. Heute dürfte sie noch 50 oder gar 75 Basispunkte nachlegen und den Satz so auf ein Rekordtief senken. Sie lieferte auch eine wahre Kaskade an weiteren Hilfen für den Finanzsektor und die Wirtschaft: Den Banken schuf sie ständig neue Notfall-Liquiditätsfenster, bei der Bear-Stearns-Rettung garantierte sie Wertpapiere über 30 Mrd. $, AIG gewährte sie 85 Mrd. $ Kredit. Und zuletzt kündigte sie an, mit Konsumentenkrediten und Hypotheken gedeckte Anleihen für 800 Mrd. $ zu kaufen.
Viel Kritik haben die Notenbank und ihr Chef Ben Bernanke dafür eingesteckt: Sie lasse sich von den Märkten treiben und agiere panisch, bemängeln die einen. Sie riskiere ihre Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit, kritisieren andere. In den USA wird spekuliert, der künftige Präsident Barack Obama halte nicht viel von Bernanke und wolle ihn Anfang 2010 durch Ex-Finanzminister Lawrence Summers ersetzen.
Fehler unvermeidlich
Bernanke hat nicht immer glücklich agiert. Unter seiner Führung testet die Fed die Grenzen der Geldpolitik aus. Die Finanzkrise ist aber in Art und Umfang so einzigartig, dass ein solches Vorgehen kaum zu vermeiden ist. Absolut richtig liegt die Fed indes, wenn sie jenes Szenario zu verhindern versucht, das als Folge des Abschwungs als größte Gefahr lauert: die Deflation, eine Spirale aus sinkenden Preisen und schrumpfender Wirtschaft, wie Japan sie in den 90er-Jahren erlebte.

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