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Merken   Drucken   23.07.2007, 12:23 Schriftgröße: AAA

Kommentar: Teurer Überraschungscoup  

Seit gut zwei Jahren galt die Depfa Bank als Übernahmekandidatin, jetzt wird sie von der Hypo Real Estate Group (HRE) übernommen. Das ist überraschend, denn niemand hate den Münchener Immobilienfinanzierer auf der Rechnung. Doch der Deal hat auch Schwächen. von Rolf Lebert (Frankfurt)
Bemerkenswert ist auch, dass es den beiden Banken gelungen ist, ihre Verhandlungen ohne öffentliche Begleitmusik zu führen, was in der hellhörigen Finanzbranche keine Selbstverständlichkeit ist. Mit einer Bilanzsumme von rund 385 Mrd. Euro und einer Marktkapitalisierung von etwa 10 Mrd. Euro würde aus dem Zusammenschluss eine der größten deutschen Banken entstehen. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die Fusion zustande kommt. Maßgebliche Teile des Aktionariats der Depfa stehen nach Aussage von Depfa-Chef Gerhard Bruckermann hinter dem Projekt und HRE-Chef Georg Funke machte klar, dass er sich nicht auf einen Bieterkampf um den Staatsfinanzierer einlassen wird, sollte eine dritte Partei ein konkurrierendes Gebot lancieren.
Insgesamt 5,7 Mrd. Euro will sich die HRE die Übernahme kosten lassen. Das entspricht einem Preis von 16,14 Euro je Depfa-Aktie oder 17 Prozent mehr als dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag. Obwohl beide Banken die "industrielle Logik" des Zusammenschlusses loben und dem integrierten Staats- und Immobilienfinanzierer glänzende Wachstumsperspektiven prophezeien, reagierte der Markt verschnupft.
Die angekündigten Wachstumssynergien von 150 Mio. Euro beziehungsweise die angestrebte Kostenersparnis von 60 Mio. Euro pro Jahr haben Experten nicht sonderlich beeindruckt. Zudem muss die HRE zur Finanzierung der Übernahme ihr Kapital um 3,3 Mrd. Euro erhöhen, was zu einer Verwässerung der Aktionärsanteile führt. Rund 58 Prozent des Kaufpreise sollen mit den neu auszugebenden 67 Millionen Aktien finanziert werden, der Rest in bar.

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