FTD.de » Meinung » Kommentare » Kommentar: US-Airways behält alle Fäden in der Hand

Merken   Drucken   12.08.2002, 17:48 Schriftgröße: AAA

Kommentar: US-Airways behält alle Fäden in der Hand  

Dass US-Fluggesellschaften den Weg eines Insolvenzverfahrens wählen, um sich zu sanieren, ist nichts Neues. Vor US Airways haben beispielsweise TWA und jüngst Vanguard Airlines das Chapter 11 des US-Konkursrechts genutzt, das den Unternehmen Schutz vor seinen Gläubigern bietet. von Nicola Liebert, New York
Neu ist aber, dass eine Fluggesellschaft Insolvenz beantragt, um sich anschließend vom Staat die Restrukturierung finanzieren zu lassen. US Airways hat vor einem Monat von der US-Regierung im Rahmen des Hilfspakets nach den Terroranschlägen im vergangenen September eine vorläufige Zusage für eine Kreditgarantie im Umfang von 900 Mio. $ erhalten.
Die Garantie ist allerdings daran gebunden, dass die Fluglinie drastische Einsparungen vornimmt. Dazu muss sie mit den drei Gewerkschaften, die Luft- und Bodenpersonal vertreten, eine Einigung erzielen. Zwei der drei Gewerkschaften haben sich schon auf Kompromisse eingelassen, die unter anderem kräftige Lohneinbußen vorsehen. Nur die größte und mächtigste von ihnen, die Mechanikergewerkschaft, die bei US Airways mehr als 12.000 Mitarbeiter vertritt, war bisher nicht zu Einschnitten bereit.
Der Verdacht liegt daher nahe, dass US Airways mit Hilfe des Konkurses Druck auf die Gewerkschaft auszuüben versucht und sich dadurch die Regierung wohlgesonnen machen will. Ein weiterer Vorteil des Insolvenzantrags: Nun haben die Gläubiger der Fluglinie keine Chance mehr, ihrerseits die Firma in Konkurs zu drängen. US Airways behält somit alle Fäden in der Hand. Das Unternehmen kann die geforderten Einsparungen vornehmen und von der Regierung die versprochene Hilfe einkassieren.
  • FTD.de, 12.08.2002
    © 2002 Financial Times Deutschland,
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
  18.05. Pressestimmen zum Röttgen-Rauswurf "Angela Merkel eiskalt"
Pressestimmen zum Röttgen-Rauswurf: "Angela Merkel eiskalt"

Deutschlands Leitartikler zeigen sich verwundert über Merkels schroffe Art bei Röttgens Zwei-Minuten-Rausschmiss, erkennen dafür aber gute Gründe. Einer sieht die alte Merkel zurückkehren. mehr

 



  27.05. Deutsches Mädchen jahrelang als Sklavin gehalten
Vermischtes: Deutsches Mädchen jahrelang als Sklavin gehalten ...

In Bosnien ist ein deutsches Mädchen acht Jahre lang als Sklavin gehalten worden. mehr

Mehr zu: Bosnien, Deutsche

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote