Neu ist aber, dass eine Fluggesellschaft Insolvenz beantragt, um sich anschließend vom Staat die Restrukturierung finanzieren zu lassen. US Airways hat vor einem Monat von der US-Regierung im Rahmen des Hilfspakets nach den Terroranschlägen im vergangenen September eine vorläufige Zusage für eine Kreditgarantie im Umfang von 900 Mio. $ erhalten.
Die Garantie ist allerdings daran gebunden, dass die Fluglinie drastische Einsparungen vornimmt. Dazu muss sie mit den drei Gewerkschaften, die Luft- und Bodenpersonal vertreten, eine Einigung erzielen. Zwei der drei Gewerkschaften haben sich schon auf Kompromisse eingelassen, die unter anderem kräftige Lohneinbußen vorsehen. Nur die größte und mächtigste von ihnen, die Mechanikergewerkschaft, die bei US Airways mehr als 12.000 Mitarbeiter vertritt, war bisher nicht zu Einschnitten bereit.
Der Verdacht liegt daher nahe, dass US Airways mit Hilfe des Konkurses Druck auf die Gewerkschaft auszuüben versucht und sich dadurch die Regierung wohlgesonnen machen will. Ein weiterer Vorteil des Insolvenzantrags: Nun haben die Gläubiger der Fluglinie keine Chance mehr, ihrerseits die Firma in Konkurs zu drängen. US Airways behält somit alle Fäden in der Hand. Das Unternehmen kann die geforderten Einsparungen vornehmen und von der Regierung die versprochene Hilfe einkassieren.