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Merken   Drucken   23.02.2009, 13:15 Schriftgröße: AAA

Kommentar: Washington muss bei Citigroup durchregieren  

Der US-Staat will sich nach Medienberichten mit bis zu 40 Prozent an der Citigroup beteiligen. Die Börsen feiern den Schritt, die Grundprobleme der US-Banken werden dadurch aber nicht gelöst. von Tim Bartz
Schon jetzt hält die US-Regierung über Vorzugsaktien im Wert von 45 Mrd. Dollar rund 8 Prozent an der Citigroup . Bürgschaften für riskante Vermögenswerte im Volumen von mehr als 300 Mrd. $ kommen hinzu. Nun, so berichten US-Medien, soll der Staatsanteil auf bis zu 40 Prozent der Stammaktien steigen. Damit rückt die Verstaatlichung der einstmals größten Bank der Welt mit ihren rund 350.000 Mitarbeitern in mehr als 100 Ländern näher. Auch die Bank of America  wird als heißer Kandidat für eine Verstaatlichung gehandelt. Die Aktien beider Kreditinstitute legen an den Börsen kräftig zu und beflügeln zum Wochenstart auch andere Finanzwerte in aller Welt.
Rätselhaft bleiben indes die Gründe für den Kursanstieg. Schließlich sind die großen amerikanischen Banken - genau wie ihre europäischen und japanischen Wettbewerber - de facto bereits verstaatlicht. Kein Regierungschef hat es sich in den vergangenen Wochen und Monaten nehmen lassen darauf hinzuweisen, dass ein zweiter Pleitefall à la Lehman Brothers nicht mehr vorkommen wird. Im Notfall springt also immer der Staat ein.
Grundsätzlich ändert sich für die Citigroup die Lage mit der wahrscheinlichen Aufstockung des Staatsanteils kaum. Seit Beginn der Krise gilt die Bank als einer der heißesten Kandidaten für einen Zusammenbruch. Seit Monaten treiben die Märkte sie vor sich her und geben sich auch mit Beruhigungspillen nicht zufrieden. So hatte die Citigroup bereits Mitte Januar ihr Wertpapiergeschäft Smith Barney für 2,7 Mrd. Euro mehrheitlich an den Konkurrenten Morgan Stanley  verkauft und zuvor ihr deutsches Privatkundengeschäft für 5,2 Mrd. Euro an den französischen Crédit Mutuel losgeschlagen. Dennoch gibt die Börse keine Ruhe, die Aktie ist heute ein Zockerpapier und fällt immer weiter. So lange, bis irgendwann der Staat die Bank mehrheitlich übernehmen wird - jede Wette.
Doch wichtiger als die Frage, wie viel Prozent der Staat letztlich an der Citigroup halten wird, ist, was er mit seinem Investment eigentlich machen will. Eine Ahnung davon vermittelte bereits der Verkauf von Smith Barney, der nach Einschätzung von Insidern maßgeblich auf Druck der US-Regierung zustande kam. Ob der Schritt so schlau war, ist indes fraglich. Der Kurs fiel auch danach noch, und immerhin geht der Bank langfristig eine Ertragsperle verloren. Gerade das Geschäft mit privaten Kunden, deren Einlagen zur Refinanzierung benötigt werden, ist in der Krise attraktiv für Banken. Auch auf den Verkauf der mexikanischen Grupo Financiero Banamex, die seit 2001 zur Citigroup gehört, soll Washington dringen.

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02:32:19 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
Morgan Stanley 13,25 USD   -0,45%  -0.06
Bank of America 7,15 USD   +0,14%  0.01
Citigroup 26,47 USD   -0,71%  -0.19
  • FTD.de, 23.02.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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