FTD.de » Meinung » Kommentare » Wir sind Gier

Merken   Drucken   25.10.2008, 10:00 Schriftgröße: AAA

Kommentar: Wir sind Gier  

Noch immer glauben wir, dass finstere Mächte, Naturgewalten und maßlose Banker uns diese Krise eingebrockt haben. Glückwunsch! Der nächste Crash kommt bestimmt. von Horst von Buttlar
Während wir untergehen, streiten wir. Am Anfang, als die ersten Imperien zu Staub zerfielen, stand die Frage, ob nun der Staat oder der Markt versagt hat. War es der Staat, der mit billigem Geld die falschen Anreize gesetzt hat? Oder war es der Markt, der gut gemeinte Impulse des Staates in seiner ungezügelten Gier pervertierte? Diese Frage ist wichtig, auch wenn sie im Untergang reichlich akademisch, wenn nicht gar sophistisch erscheint.
Sie erinnert nicht nur an das ewige Henne-Ei-Problem. Man könnte genauso gut erörtern, wer beim Zauberlehrling eigentlich die Schuld hat: der Lehrling oder der Besen? Man könnte auch während eines Atomkriegs rekonstruieren, wer nun eigentlich angefangen hat. Ändert es was? Natürlich, wird jeder Entrüstete dieser Tage entschieden einwenden. Wir wollen die nächste Krise, die nächste Blase doch verhindern! Soso. Dann möchten wir an dieser Stelle schon einmal viel Erfolg und gutes Gelingen wünschen.
Gewiss, wir werden unsere Lehren ziehen und neue Regeln finden. Und doch scheint im Untergang vor allem eines immer wieder unterzugehen: Dass diese Krise von Menschen gemacht wurde - und dass dabei weitaus mehr ihre Finger im Spiel gehabt haben als eine unersättliche, hemmungslose kleine Kaste von Bankern und Managern.
Von Stürmen und Scheiterhaufen
Das Problem beginnt mit der Sprache: Da toben Stürme, ein Finanz-Tsunami sucht uns heim, ein Erdbeben erschüttert die Wall Street, wir erleben die Kernschmelze des Kapitalismus. Diese Metaphern, die ja auch von Journalisten stammen, liegen auf der Hand, um irgendwie zu erfassen, was da draußen los ist. Und doch suggerieren sie, zumal den Betroffenen, die sie aufgreifen, dass hier Naturgewalten und höhere Mächte am Werk sind. Nein, nicht wir Dilettanten haben mit Schrottpapieren gehandelt - ein Tsunami zerstört unsere Welt!

Dieses ist ein kostenpflichtiger Inhalt der FTD. Bitte melden Sie sich an, um fortzufahren!

Abonnenten
Sie haben kostenlosen Zugang zum Weiterlesen oder Herunterladen. Bitte melden Sie ich mit Ihren Zugangsdaten über die Anmeldebox an.

Nicht-Abonnenten
Wenn Sie Interesse an einem FTD-Abo haben, informieren Sie sich über die verschiedenen Abo-Angebote unter www.ftd.de/abo-vergleich.

Alternativ können Sie für den Zugriff auf den gewünschten Inhalt ein Tagesticket erwerben. Für den Erwerb eines Tagestickets müssen Sie bei uns registriert sein (zur Registrierung). Nach Registrierung melden Sie sich einfach über die Anmeldebox an. Anschließend können Sie das Tagesticket erwerben.

Das Tagesticket bietet für 2,50 € einen 24-Stunden-Vollzugriff auf...

  • ...alle Premium-Artikel auf FTD.de
  • ...das aktuelle ePaper (Zeitung als PDF) und 1-Monats-Archiv der FTD
  • ...die Nachmittagsausgabe FTD 17 Uhr (PDF)
  • ...alle Sonderbeilagen der FTD (PDF)
  • ...alle älteren Ausgaben der FTD über einen Archiv-Zugang
  • ...alle archivierten Online-Artikel
Login

Statten Sie Ihre Mitarbeiter oder Key-Accounts mit dem Informationsangebot der FTD aus. Über Unternehmenslösungen für Abonnements oder Online-Zugänge informiert Sie gern unsere Abteilung Business Cooperations, corporate-solutions(at)ftd.de.

Bei Fragen rund ums Abo wenden Sie sich bitte an unsere Service-Zentrale unter kundenservice@ftd.de
Bei Fragen oder Problemen zu Ihrer Einzelverkaufsabrechnung wenden Sie sich bitte direkt an Click & Buy
  • FTD.de, 25.10.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
  18.05. Pressestimmen zum Röttgen-Rauswurf "Angela Merkel eiskalt"
Pressestimmen zum Röttgen-Rauswurf: "Angela Merkel eiskalt"

Deutschlands Leitartikler zeigen sich verwundert über Merkels schroffe Art bei Röttgens Zwei-Minuten-Rausschmiss, erkennen dafür aber gute Gründe. Einer sieht die alte Merkel zurückkehren. mehr

 



  18:35 Deutsches Mädchen jahrelang als Sklavin gehalten
Vermischtes: Deutsches Mädchen jahrelang als Sklavin gehalten ...

In Bosnien ist ein deutsches Mädchen acht Jahre lang als Sklavin gehalten worden. mehr

Mehr zu: Bosnien, Deutsche

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote