Die Schlacht ist geschlagen - der Sieger heißt Barack Obama. Hier finden Sie die aktuellsten Nachrichten und Reportagen, Analysen und Kommentare zum politischen Weltereignis in den USA.
Erst sollte der 5. Februar die Entscheidung über den Präsidentschaftskandidaten der US-Demokraten bringen. Doch nach dem Wahltag lagen Hillary Clinton und Barack Obama gleichauf. Der Showdown wurde auf den 4. März verschoben. Vor dem großen Tag legte Obama einen solchen Siegeszug hin, dass die Medien und sogar ihre eigenen Berater die Senatorin aus New York schon fast abgeschrieben hatten. Auch Obama schenkte ihr kaum noch Beachtung - und präsentierte sich wie der selbstverständliche Favorit.
Doch so schnell ließ die Kämpferin Clinton sich nicht abschreiben. Für sie war die gestrige Wahlnacht New Hampshire, dritte Auflage. Bei der zweiten Vorwahl in New Hampshire am 8. Januar hatte sie Obamas Schwung nach seinem ersten Sieg in Iowa gestoppt. Am "Super Tuesday" hatte sie Obama-Anhänger im wichtigen Staat Kalifornien mit einem Sieg in letzter Minute geschockt.
Und nach elf Obama-Siegen seit dem "Super Tuesday" hat sie nun mit einem überwältigenden Sieg in Ohio gezeigt, dass ihre Brandmauer dort gehalten hat. Der Staat im Herzen der USA brüstet sich, dass noch nie jemand Präsident geworden sei, dessen Kandidatur nicht von seinen Wählern für gut befunden worden war. Ein Argument, das sich die Clinton-Kampagne nur allzu gerne zu eigen macht.
Doch Vorsicht: Die Mathematik spricht für Obama. Seinen Vorsprung bei den Delegiertenstimmen konnte Clinton in der jüngsten Wahlnacht noch nicht aufholen. Und das Magazin "Newsweek" hat errechnet, dass Clinton in den nächsten Wochen 16 Siege in Folge einfahren und die Nominierung doch verlieren könnte.
Die von beiden Seiten umworbenen unabhängigen Superdelegierten, die zuletzt von Clinton abzufallen drohten, stehen vor einer schwierigen Entscheidung. Denn in den letzten Tagen war der Schwung auf Clintons Seite. Und die Struktur ihrer bisherigen Wahlsiege zeigt, dass sie in den großen Staaten erfolgreich ist – in den Staaten, die auch bei der eigentlichen Wahl im November der größte Zankapfel zwischen Republikanern und Demokraten sein werden.
Die Suche der Demokraten nach ihrem Kandidaten wird also weitergehen. Bis zum nächsten "Super Tuesday" am 22. April in Pennsylvania. Oder sogar bis zum demokratischen Parteitag Ende August. Und der Kampf droht zermürbend und schmutzig zu werden. Der lachende Dritte könnte der John McCain sein, der Kandidat der Republikaner.