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Merken   Drucken   30.03.2012, 15:55 Schriftgröße: AAA

Krisentochter: Abwicklung der Eurohypo ist Strafe genug für die Coba

Die zweitgrößte deutsche Privatbank muss ihre Krisentochter Eurohypo nun doch nicht verkaufen, sondern darf sie im eigenen Konzern abwickeln. Auch wenn das gut klingt, ist es doch eine ziemlich harte Strafe.
© Bild: 2011 ddp/Thomas Lohnes
Kommentar Die zweitgrößte deutsche Privatbank muss ihre Krisentochter Eurohypo nun doch nicht verkaufen, sondern darf sie im eigenen Konzern abwickeln. Auch wenn das gut klingt, ist es doch eine ziemlich harte Strafe.

Nun ist es amtlich: Die EU-Kommission hat die Commerzbank  offiziell von der Pflicht entbunden, ihre Tochter Eurohypo bis 2014 zu verkaufen. Diese Auflage hatten die Brüsseler Beamten 2009 erteilt, als Gegenleistung für ihre Genehmigung zu den Staatshilfen von mehr als 18 Mrd. Euro, mit denen die Bank damals vor der Pleite gerettet werden musste. Wer nun meint, die Commerzbank sei damit im Nachhinein glimpflich davongekommen, der irrt. Die Entscheidung aus Brüssel ist Strafe genug.

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Die Commerzbank wird die Eurohypo nun größtenteils abwickeln müssen. Die Aufgabe ist gewaltig: Das Portfolio des Staats- und Immobilienfinanzierers schrumpft drastisch, von den noch knapp 150 Mrd. Euro dürfen nur noch 25 Mrd. Euro übrig bleiben. Es beschränkt sich auf die Immobilienfinanzierung in den vier Märkten Deutschland, Polen, Großbritannien und Frankreich. Und diese radikale Schrumpfkur wird nicht nur lange dauern, sie wird auch eine kostspielige Angelegenheit werden und dürfte die Commerzbank noch erheblich belasten.

Das größte Risiko schlummert im Staatsanleihenportfolio. Die Eurohypo besitzt noch Papiere im Nominalwert von rund 90 Mrd. Euro. Darunter sind viele Forderungen an südeuropäische Schuldenstaaten. Sie machten Ende 2011 noch 12,3 Mrd. Euro aus, davon entfällt wiederum ein Großteil auf italienische Staatsanleihen mit sehr langen Restlaufzeiten. Wegen der großen Zweifel an der Bonität der Länder notieren die Anleihen deutlich unter ihrem Ausgabepreis, die Commerzbank versteckt somit unrealisierte Verluste. Zur Höhe macht die Bank keine Angaben, Analysten beziffern das Risiko jedoch auf bis zu 5 Mrd. Euro.

Bei der Abwicklung des Portfolios hat die Commerzbank zwei Optionen: Entweder sie wartet, bis die Anleihen fällig werden. Dann aber muss sie darauf hoffen, dass die Zweifel an der Zahlungsfähigkeit der südeuropäischen Staaten nicht wieder zunehmen und ihr das gesamte Portfolio um die Ohren fliegt. Die Bank kann auch die Papiere vor Fälligkeit abstoßen, dann aber muss sie die Verluste realisieren. Wie das aussieht, hat Bankchef Martin Blessing im Schlussquartal 2011 gezeigt. Damals wies die Bank einen Verlust von 1,5 Mrd. Euro in der Sparte Asset Based Finance aus, nicht mal die Hälfte resultierte aus Abschreibungen auf griechische Anleihen, die die Bank vornehmen musste.

Doch nicht nur das Staatsanleihenportfolio bleibt ein Risikofaktor. Unsicher ist auch, wie schnell und zu welchen Kosten die Commerzbank das Immobilienportfolio der Eurohypo eindampfen kann. Schließlich muss auch das noch um mehr als 30 Mrd. Euro schrumpfen. Viele Wettbewerber ziehen sich aus dem Markt zurück, damit steigt das Risiko, dass die Kreditnehmer der Eurohypo keine Anschlussfinanzierung finden. Dann bliebe der Commerzbank nichts anderes übrig, als die Darlehen zu verlängern. Oder sie wählt den harten Weg der Zwangsvollstreckung, was zu weiteren Verlusten führen würde.

Die vielen Risiken waren auch der Grund, warum die Suche nach einem Käufer für die Eurohypo erfolglos bleiben musste. Das hat auch die EU-Kommission eingesehen. Dass sie nun noch eilig das ursprünglich verhängte Aquisitionsverbot um zwei Jahre bis März 2014 verlängert, ist nicht mehr entscheidend. Denn für Zukäufe hat die Commerzbank ohnehin nicht die Kraft. Sie muss ihr Geld für die Abwicklung der Eurohypo zusammenhalten.

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Kommentare
  • 31.03.2012 14:03:55 Uhr   saltre: Eine Wette ...

    Oha, da wettet aber einer auf sinkende Kurse ...

  • 30.03.2012 17:47:53 Uhr   Ex-Cobanker: Eurohypo
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