Nur um 4000 zwar - aber doch zum ersten Mal nach 25 Monaten stetiger Verbesserung.
Ein bisschen mehr als dummer Zufall ist das leider schon. Sicher, die bereinigten Daten sind in diesem Frühjahr etwas irreführend, weil eher mildes Wetter und das neue Kurzarbeitergeld im Winter das Saisonmuster verzerrt haben. Der Arbeitsmarkt ist auch kein Frühindikator, sondern er läuft der Konjunktur hinterher. Ein einzelner Monatswert vom Jobmarkt besagt deshalb wenig im Vergleich zu einem robusten Geschäftsklima und dem kräftigen Wirtschaftswachstum, das die Statistiker für das erste Quartal ermittelt haben.
Dass die statistischen Verzerrungen unter dem Strich zu einer roten Zahl führen, ist dennoch ein Indiz dafür, dass die Boomphase am Arbeitsmarkt vorüber ist. Das zeitweise rasante Tempo des Jobaufbaus hat sich verlangsamt, die Zahl der offenen Stellen ist schon seit Längerem wieder leicht rückläufig.
Wenn das Wirtschaftswachstum sich im Laufe des Jahres weiter abschwächt, wie das die meisten Ökonomen erwarten, dann wird das auch am Arbeitsmarkt entsprechende Schleifspuren hinterlassen. Es droht zwar noch kein Beschäftigungseinbruch - mit den immer neuen Erfolgsnachrichten ist es dann aber vorbei.
Die scheinbar wundersame Selbstheilung der deutschen Beschäftigungskrise, über die sich die Politik in den vergangenen zwei Jahren freuen durfte, geht ihrem Ende entgegen, die Verhältnisse werden wieder rauer. Die verzerrten Jobzahlen für den Mai sind ökonomisch eher so etwas wie ein erster kalter Morgen im Spätsommer.