Wenige Wochen nachdem der Kölner Verlag DuMont Schauberg die deutschen Blätter der schlingernden britischen
Mecom -Gruppe übernommen hat, kauft jetzt die Hannoveraner Madsack-Gruppe die Regionalzeitungsaktivitäten des
Springer -Verlags.
Die Käufer fühlen sich offenbar finanziell gut genug gerüstet. Sie stehen aber auch unter Zugzwang: Das Geschäft mit den Regionalzeitungen steht vor einem Umbruch, bei dem die Marktpositionen grundlegend neu verteilt werden.
Mit Regionalzeitungen war in Deutschland über lange Zeit sehr gutes Geld zu verdienen. Der Markt ist bis heute zersplittert in viele lukrative lokale Monopole. Das Ende dieses Goldenen Zeitalters für Regionalverleger ist allerdings deutlich absehbar. Das wichtige Kleinanzeigengeschäft ging weitgehend ans Internet verloren; der Griff zur Zeitung ist für Jüngere keine Selbstverständlichkeit mehr. Mancher Verlag muss fürchten, dass die Leserschaft langfristig ausstirbt. Zugleich sind aber hohe Investitionen erforderlich, um die Zukunft mit einer eigenen Internetpräsenz zu sichern.
Das betriebswirtschaftliche Gebot der Stunde ist daher, die Kosten zu senken, indem größere Einheiten entstehen. Die Konsolidierung des Regionalzeitungsgeschäfts wird sich in den kommenden Jahren noch verschärfen. Vermutlich bildet sich eine Handvoll regionaler Großverlage heraus.
Für die Leser bedeutet das zweifellos einen Verlust an Vielfalt. Viele kartellrechtliche Bedenken gehen aber ins Leere. Ökonomisch ist die bisherige Vielfalt schlicht nicht mehr lange aufrechtzuerhalten. Die Alternative zu einer Zusammenlegung von Verlagen und Redaktionsteilen, zur logistischen Kooperation und zum Austausch von Inhalten besteht oft nur darin, dass Blätter ganz verschwinden.