FTD.de » Meinung » Kommentare » Bahn - Mehdorns Job

Merken   Drucken   16.01.2008, 21:08 Schriftgröße: AAA

Leitartikel: Bahn - Mehdorns Job  

Hartmut Mehdorn macht seinen Job. Der hemdsärmelige Bahn-Chef ist einst von der Regierung geholt worden, um eine hochdefizitäre und verschlafene Bahnbehörde so umzukrempeln, dass daraus ein modernes und profitables Dienstleistungsunternehmen wird, das an die Börse gebracht werden kann.
An diesem Ziel hält Mehdorn kompromisslos, ja verbissen fest, und um Haltungsnoten schert er sich dabei schon gar nicht. Wenn die Kosten wie jetzt wegen hoher Lohnabschlüsse aus dem Plankorridor laufen, dann wird es für den Manager Mehdorn eben notwendig, verschärft zu rationalisieren oder die Preise zu erhöhen - und das sagt er auch laut. Für eine politische Logik, die diese Kosten gern im ungefähren Irgendwo verschwinden lässt, steht er nicht zur Verfügung.
Das können die Politiker, die für den Bahn-Eigentümer Bund sprechen, mit guten Gründen für unsensibel und inakzeptabel halten. Mehdorns harsche Auftritte, die gelegentlich wirken, als seien sie auf Konfrontation geradezu angelegt, belasten nicht nur das Betriebsklima bei der Bahn. Sie passen auch nicht zu einer Großwetterlage, in der alle Parteien darum wetteifern, den Wählern nach vielen harten Einschnitten wieder finanzielle Wünsche zu erfüllen. Wer die Rechnung letztlich zahlt, ist da eher Nebensache, denn die Kasse ist ja voll.
Der Börsengang der Bahn ist ohnehin längst kein Herzensanliegen der Politik mehr. Im Gegenteil: Große Teile der Koalition würden ihn am liebsten stoppen.
Nur: Hartmut Mehdorn  macht weiter seinen alten Job. Wenn die Regierung das nicht will, muss sie die Konsequenzen ziehen - und einen anderen Bahn-Chef suchen. Das aktuelle Theaterspiel, in dem der Sanierer Mehdorn unter Anleitung des Verkehrsministers den sozialen Frieden retten soll, ist auf Dauer keinem der Beteiligten zuzumuten.
  • Aus der FTD vom 17.01.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
  18.05. Pressestimmen zum Röttgen-Rauswurf "Angela Merkel eiskalt"
Pressestimmen zum Röttgen-Rauswurf: "Angela Merkel eiskalt"

Deutschlands Leitartikler zeigen sich verwundert über Merkels schroffe Art bei Röttgens Zwei-Minuten-Rausschmiss, erkennen dafür aber gute Gründe. Einer sieht die alte Merkel zurückkehren. mehr

 



  18:35 Deutsches Mädchen jahrelang als Sklavin gehalten
Vermischtes: Deutsches Mädchen jahrelang als Sklavin gehalten ...

In Bosnien ist ein deutsches Mädchen acht Jahre lang als Sklavin gehalten worden. mehr

Mehr zu: Bosnien, Deutsche

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote