Das soll zum Klimaschutz beitragen, hat aber auch eigennützige Motive. Die Autobranche hofft auf ein grünes Image. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, sonst einer der eifrigsten Klimaaktivisten, tritt in dieser Frage dagegen auf die Bremse. Er fordert von den Herstellern zunächst mehr Informationen darüber, ob der E10 genannte Sprit auch in älteren Autos ohne technische Probleme gefahren werden kann.
So wichtig diese technischen Details für viele Autofahrer auch sein mögen: Das wichtigste Argument gegen eine Erhöhung des Biospritkonsums ist nicht die Frage, ob alte Autos mehr davon vertragen - sondern jene, ob die höhere Beimischung überhaupt sinnvoll ist.
Tatsächlich mehren sich die Belege dafür, dass der Anbau von Nutzpflanzen zur Herstellung von Ethanol und Biodiesel das Klima und die Umwelt stärker schädigt als entlastet. Zwar kann Biomasse einen wachsenden Anteil unserer Energie liefern. Flüssige Kraftstoffe sind dafür aber die falsche Form. Eine wesentlich höhere Energieausbeute bieten Nutzpflanzen und organische Abfälle aus der Landwirtschaft, wenn sie in Kraftwerken verfeuert werden und wenn daraus Strom und Wärme zugleich gewonnen werden.
Dem Klimaschutzpaket der Bundesregierung zufolge soll der Absatz von Biosprit in Deutschland schneller steigen als in der übrigen EU. Dagegen wächst jetzt zu Recht der Widerstand in den Bundesländern, etwa in Sachsen und in Bayern. Die Regierung sollte deshalb die für das kommende Jahr geplante Erhöhung der Ethanolbeimischung stornieren.