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Merken   Drucken   25.01.2009, 19:00 Schriftgröße: AAA

Leitartikel: Conti/Schaeffler - Eine Rettung zu viel  

Was käme dabei heraus, wenn man ein paar aktuelle wirtschaftspolitische Übel wie die Eitelkeit von Landesfürsten, Zockerei bei Unternehmen und einen undifferenzierten Rettungsdrang des Staates kombinieren würde?
Das Ergebnis wären wohl Finanzhilfen aus den Landeshaushalten Bayerns und Niedersachsens für die Autozulieferer Continental  und Schaeffler. Genau darauf läuft gerade alles hinaus.
Keine Frage, die Lage bei beiden Unternehmen ist sehr, sehr ernst. Schon jetzt drohen sie unter ihrer Schuldenlast zusammenzubrechen. Und das Schlimmste steht ihnen in diesem Jahr noch bevor, wenn die Produktionsstopps der Autobauer bei den Zulieferern durchschlagen. Das allein rechtfertigt aber nicht den Einsatz von Steuergeldern, um ihnen aus der Patsche zu helfen.
Das Bizarre ist schon, dass Conti für sich genommen gar keine Staatshilfen benötigt. Gerade erst ist es dem MDax-Konzern aus Niedersachsen gelungen, seine Kreditbedingungen mit den Banken neu zu verhandeln. Contis Problem ist nur, dass der neue Großinvestor aus Franken Schulden in Höhe von 5 Mrd. Euro auf ihn abwälzen will - die erst dadurch entstanden sind, dass Schaeffler gleich 90 Prozent der Conti-Aktien aufkaufen musste, viel mehr als geplant. Und das auch noch zum Auftakt der Autokrise.
Man mag das Pech nennen oder einfach nur unternehmerisches Risiko, sich mit einem kühnen Coup zu übernehmen. Schaeffler hätte sich leicht mit weniger als der Mehrheit von Conti zufriedengeben können. Als diese Entscheidung anstand, waren die Alarmzeichen für die nächste Welle der Finanzkrise bereits zu erkennen.

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