Als eine britische Behörde kürzlich 25 Millionen Kontodatensätze verschlampte, wollte der BBC-Autojournalist und bekennende Haudrauf Jeremy Clarkson zeigen, wie absurd das "Palaver" darum sei: In einem Boulevardblatt nannte er die eigenen Daten. Kurz danach buchten Unbekannte 500 Pfund bei ihm ab, die Bank konnte die Täter nicht ermitteln. "Ich lag falsch und wurde bestraft", gestand Clarkson reumütig.
In Deutschland lernen viele jetzt im Skandal um entwendete Daten von Lottospielern, dass man fremde Kontonummern, Geburts- und Telefondaten heute nicht nur benutzen kann, um Jubilaren Geld zu überweisen. Solche Daten müssen mit höchster Sorgfalt geschützt werden - das ist die Lehre, die vor allem Verbraucher und Unternehmen ziehen müssen.
Die Möglichkeiten des Gesetzgebers hingegen sind begrenzt. Im jüngsten Skandal wurde mehrfach gegen geltende Gesetze verstoßen. Es fehlt also nicht an Verboten, sondern eher an spezialisierten Ermittlern für diese neue Art von Kriminalität.
Die Unternehmen müssen erkennen, dass der Schutz von Kundendaten in ihrem ureigenen Interesse liegt, selbst wenn er Geld kostet. Wer Geschäfte elektronisch abwickelt - und das tut inzwischen fast jedes Unternehmen -, der ist darauf angewiesen, dass die Kunden der Infrastruktur trauen. Kommt es dort zu Betrugsfällen, gefährdet das die Existenz mancher Geschäftsmodelle.
Die Verbraucher müssen mit der Preisgabe ihrer Daten noch vorsichtiger sein. Datenstriptease à la Clarkson ist nicht lässig, sondern dumm. Für gute Dienstleister liegen hier auch neue Chancen. So könnten konservativen, eher technikfernen Kunden Konten offeriert werden, die nur beschränkte Transaktionen zulassen - dafür aber auch nicht so leicht zu plündern sind.