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Merken   Drucken   28.04.2009, 16:09 Schriftgröße: AAA

Leitartikel: Deutsche Bank - Kein Hoffnungsschimmer  

So strahlend das Quartalsergebnis des Instituts auch ist - Rückschlüsse auf den grundsätzlichen Gesundheitszustand der Bank lässt es kaum zu. Anleger tasten sich damit weiter durch die Dunkelheit. Helfen würden vor allem weltweit einheitliche Bilanzregeln.
Deutschland scheint derzeit geradezu nach Botschaftern zu lechzen, die das nahende Ende der Wirtschaftskrise ausrufen. Josef Ackermann hat in der Vergangenheit stets gerne ein Licht am Ende des Tunnels gesehen, auch noch in den Turbulenzen um dem Fall der Investmentbank Lehman Brothers. Doch diesmal weigerte sich selbst der Chef der Deutschen Bank, uneingeschränkten Optimismus zu verbreiten - obwohl er für sein Institut im vergangenen Quartal wieder einen Milliardengewinn präsentierte.
Nicht nur für die Aktionäre der Deutschen Bank, auch für die Öffentlichkeit sollte die Zurückhaltung des nicht eben bescheidenen Bankers deshalb ein Warnsignal sein. So wünschenswert es für Wirtschaft und Politik auch ist, dass sich der Bankensektor stabilisiert: Die auf den ersten Blick positiven Zahlen des größten deutschen Kreditinstituts taugen nicht als Hoffnungsschimmer.
Das Problem mit dem Quartalsergebnis der Deutschen Bank ist, dass es kaum seriöse Rückschlüsse auf den grundsätzlichen Gesundheitszustand des Instituts zulässt. Sie zeigen zwar, dass im viel geschmähten Investmentbanking auch in der Krise Gewinne möglich sind, ob über das Anleihengeschäft oder die Absicherung von Währungsrisiken. Klar ist aber auch, dass die Gewinne der Deutschen Bank deutlich geringer ausgefallen wären, wenn das Institut nicht einzelne Positionen innerhalb der Bilanz verschoben hätte. Wie viele Risiken noch in den Büchern stehen, bleibt in weiten Teilen im Dunkeln.
Diese Unsicherheit ist politisch gewollt. Um den teuflischen Kreislauf von ständigem Abschreibungsbedarf und immer breiteren Rettungsschirmen für die Banken zu durchbrechen, haben die europäischen Regierungen die Bilanzregeln deutlich aufgeweicht. Im Fall der Deutschen Bank war diese Politik insofern erfolgreich, als Abschreibungen in Höhe von 1,2 Mrd. Euro vermieden wurden.

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