FTD.de » Meinung » Kommentare » Deutschland und China ziehen Lehren aus der Eiszeit

Merken   Drucken   22.01.2008, 20:26 Schriftgröße: AAA

Leitartikel: Deutschland und China ziehen Lehren aus der Eiszeit  

"Jetzt und heute" wollen Deutschland und China die Eiszeit in ihren Beziehungen beenden. Diese Ankündigung klingt einfach, ist aber das Resultat harter Arbeit.
Monatelang hatten die Chinesen die Deutschen aus Zorn über den Empfang des Dalai Lama im Kanzleramt links liegen lassen. Erst einer Berliner Charmeoffensive gelang es, Peking aus dem Schmollwinkel hervorzulocken.
Nun soll alles gut werden: Das halbe Bundeskabinett wird in den kommenden Monaten nach Fernost reisen; selbst die Kanzlerin, die den Eklat ausgelöst hatte, darf sich wieder sehen lassen.
Jetzt und heute sollten deshalb auch Angela Merkel und ihr Außenminister Frank-Walter Steinmeier ihre Beziehungen normalisieren, die sich im Koalitionskrach um den Dalai-Lama-Empfang stark eingetrübt hatten. Wichtiger als die Frage, wer sich für die Versöhnung mit den Chinesen auf die Schulter klopfen lassen darf, ist jene, welche Lehren aus der Krise für die künftige deutsche Außenpolitik gezogen werden müssen.
Im Kern sind dies dreierlei: Zum Ersten beweist das Ende der deutsch-chinesischen Spannungen, dass sich Berlin Kritik an schwierigen Partnern etwa in Menschenrechtsfragen erlauben kann, ohne es sich auf Dauer mit ihnen zu verscherzen. Zum Zweiten wird aber auch deutlich, dass es im Fall einer solchen Konfrontation nicht ohne ein umsichtiges Management der politischen Folgen geht. Es braucht jemanden, der das zerschlagene Porzellan zusammenkehrt.
Die wichtigste Lektion ist jedoch die dritte: Es ist Zeit für ein klärendes Gespräch zwischen Merkel und Steinmeier darüber, wie sie mit wichtigen Partnerstaaten umgehen wollen, die nicht von lupenreinen Demokraten geführt werden. Ohne klare Linie gegenüber China und Russland droht nicht nur neuer Schaden für die Koalition - sondern vor allem für die deutsche Außenpolitik.
  • Aus der FTD vom 23.01.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
  18.05. Pressestimmen zum Röttgen-Rauswurf "Angela Merkel eiskalt"
Pressestimmen zum Röttgen-Rauswurf: "Angela Merkel eiskalt"

Deutschlands Leitartikler zeigen sich verwundert über Merkels schroffe Art bei Röttgens Zwei-Minuten-Rausschmiss, erkennen dafür aber gute Gründe. Einer sieht die alte Merkel zurückkehren. mehr

 



  18:35 Deutsches Mädchen jahrelang als Sklavin gehalten
Vermischtes: Deutsches Mädchen jahrelang als Sklavin gehalten ...

In Bosnien ist ein deutsches Mädchen acht Jahre lang als Sklavin gehalten worden. mehr

Mehr zu: Bosnien, Deutsche

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote